Zerbst l Die Vorzeichen für den HSV standen nicht gut. Ohne den kompletten rechten Rückraum und den wurfstarken Lucas Ille sahen sich die Zerbster gezwungen, einige taktische Änderungen vorzunehmen. Fabian Schwenger musste die für einen Rechtshänder unangenehme Rechtsaußenposition einnehmen.

„Nun müssen wir in den letzten Spielen weiter an uns glauben und dann sollten auch mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung noch einige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt möglich sein.“

Die erste Viertelstunde fand der HSV überhaupt nicht ins Spiel. Post gelangen durch einfache Stellungsfehler und unüberlegten Abschluss im Angriff der Zerbster in 14 Minuten gleich zehn Treffer. Zwischenzeitlich versuchten Thomas Gerke und Markus Natho durch eine Auszeit ihre Männer wieder auf Kurs zu bringen. Und siehe da, es sollte funktionieren. Einen 6:10-Rückstand drehten die Zerbster und glichen in der 22. Minute durch Tore von Maerten, Rummel und Brodowski zum 11:11 aus.

Jetzt waren beide Mannschaften auf Augenhöhe. Bis zum Halbzeitpfiff musste der HSV leider noch zwei Zeitstrafen einstecken. In dieser Phase zeigte der HSV seine zwei Gesichter. Das eine, wie man mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung das 14:14-Unentschieden in die Pause rettet, das andere, wie man sich verbal nicht an Anweisungen des Trainers oder der Mannschaftsverantwortlichen hält.

Unterzahl

Mit einer doppelten Unterzahl überrannten die Zerbster buchstäblich die Magdeburger. Durch Tore von Daudert und den stark spielenden Moritz Brodowski führte der HSV in der 33. Minute mit 17:14.

Wer jetzt dachte, dass der HSV das Spiel im Griff hatte, sah sich getäuscht. Immer wieder produzierte er einfache Fehler im Angriff und ermöglichte somit dem Gast schnelle Gegenstöße. Nur mit viel Laufbereitschaft und einem hohen Risiko einer Strafe wurden einige davon vereitelt.

Als die Gäste auch noch in Unterzahl mit 20:18 in Führung gehen konnten, reagierte der HSV erneut mit einer Auszeit. Trainer Natho krempelte die Mannschaft um, beorderte Schwenger zurück auf die linke Seite. Für ihn kam der kürzlich 40 Jahre alt gewordene Sven Miotke auf die rechte Seite. Christian Geilich kam für Franz Lorenz ins Tor und Steven Kieler sollte als Volleyballer jetzt im Mittelblock einige Bälle blocken.

Man spürte die Spannung in der Halle. Jeder Pfiff wurde von den Zuschauern kritisch hinterfragt. Jeder noch so kleine Fehler sollte jetzt die Entscheidung bringen. In der 55. Minute endlich wieder die Führung für den HSV (24:23). In Überzahl traf der an diesem Tag nicht so treffsichere Daudert zum 25:23. In der 59. Minute, beim Stand von 25:24, vergab der HSV eine doch aussichtsreiche Möglichkeit zu erhöhen. Magdeburg lief zum Gegenstoß. Aber Brodowski legte alles in die Waagschale und verhinderte das Tor. Jedoch bekam er auch eine Zeitstrafe und Magdeburg einen Strafwurf. Ausgleich zum 25:25.

Der HSV nahm seine letzte Auszeit. Er war sich sicher, dass er unbedingt das Tor machen muss. Ein Unentschieden hätte die Zerbster nicht weiter gebracht. Der an diesem Tag im Angriff glücklose Kapitän Schwenger hörte nun doch auf den Trainer und traf 13 Sekunden vor dem Ende zum 26:25.

Post machte im Anschluss noch einen technischen Fehler und somit gewann der HSV das Spiel. „Nun müssen wir in den letzten Spielen weiter an uns glauben und dann sollten auch mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung noch einige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt möglich sein“, hofft Trainer Markus Natho.

HSV Zerbst: Geilich, Lorenz, Kilz – Rummel (1), Gerke (1), Brodowski (7), Schwenger (2), Wetteborn (6), Daudert (7), Maerten (2), Miotke, Hübner(2), Kieler.

Trainer: Markus Natho, Sebastian Daudert, Thomas Gerke.