Zerbst l Am Samstag empfing der HSV das Schlusslicht der Tabelle, den HV Ilsenburg, in eigener Halle. Auch auf Grund der starken Leisung im letzten Heimspiel erwartete jeder einen Sieg, sogar von einem Pflichtsieg war im Vorfeld die Rede. Doch es kam anders. Zerbst fand von der ersten Minute an keine Einstellung zu Spiel und Gegner. Das Ergebnis war eine bittere 24:28-Niederlage.

Der Treffer zum 2:1 (3.) von Sebastian Daudert war die erste und letzte Führung des HSV im Spiel, danach im Zerbster Angriff viel Leerlauf, Einzelaktionen und schwache Abschlüsse. Die Gäste ihrerseits spielten im Angriff ihren Stiefel runter, nicht spektakulär, aber konzentriert. So konnten sie sich bis zur 14. Minute auf 2:7 (!) absetzen. Nach dem Tor zum 4:10 (19.) für Ilsenburg nahm der HSV schon seine zweite Auszeit.

Die Nuthestädter versuchten jetzt, irgendwie in das Match reinzukommen. Ohne wirklich gut zu spielen, verkürzte der HSV auch Dank einiger Paraden von Christian Geilich den Rückstand bis zur Pause auf drei Tore.

Wechsel

Gleich nach dem Wechsel erlebten die Zuschauer einen gänzlich anderen HSV, hinten beweglich und zupackend und im Angriff schnelle, aber überzeugende Abschlüsse. In der 33. Minute erzielte Steven Kieler den Ausgleich zum 14:14 und alles schien wieder möglich.

Aber als ob jemand eine unsichtbare Handbremse anzog, verfielen die Zerbster wieder in das Muster der ersten Hälfte. Tor für Tor setzten die Gäste sich wieder ab (15:18,38.) und dem HSV fiel weder taktisch noch spielerisch irgendwas ein, um dem Spiel eine positive Wende zu geben. Bis auf Geilich im Zerbster Kasten erreichte kein HSV-Akteur annähernd Normalform. Da aber sicher niemand von heute auf morgen das Handballspielen verlernt hat, scheint die Ursache doch eher eine Einstellungssache zu sein. Hier gibt es sicher Redebedarf, zumal sich der HSV so langsam den Abstiegsplätzen gefährlich nähert.

Die Gäste konnten sich sogar den Luxus von zwei roten Karten erlauben, ohne dass der Erfolg in Gefahr geriet. Zum Vergleich, der HSV kassierte im gesamtem Match nur eine Zeitstrafe. Nach 55 Minuten war die Partie endgültig entschieden (20:27). Beim HSV hängende Köpfe und Ratlosigkeit. Ein fetter Warnschuss, hoffentlich noch zur richtigen Zeit. Die nächsten Spiele werden nicht leichter.

HSV Zerbst: Geilich, Lorenz, Ostermann – Gerke (2), Schwenger (2), Daudert (8), David Maerten (3), Kieler (3), Ille (2) Lemke (3), Kretschmer (1), Rummel.