Zerbst l Es war angerichtet. Eine sehr gut besuchte Halle. Es scheint wieder „In“ zu sein, in Zerbst zum Handball zu gehen, ein tolles Rahmenprogramm durch die Tanzgruppe des Gymnasiums und dazu mit Magdeburg-Neustadt den Tabellenvierten zu Gast, in deren Reihen der ehemalige Zerbster Erik Lewin, welcher zuletzt beim Magdeburger Sieg in Güsen 13 Mal erfolgreich war.

Schnelle Führung

Der HSV konnte bis auf den fehlenden Paul Kretschmer auf eine volle Bank zurückgreifen. Den ersten Treffer des Spiels erzielte Marco Wetteborn per Konter zur 1:0-Führung in der zweiten Minute. Danach konnte sich zunächst keine Mannschaft absetzen. Auf Zerbster Seite war es vor allem Sebastian Daudert, der sich immer wieder erfolgreich durch die Magdeburger Abwehr tankte, aber bis zur 15. Minute blieben die Gäste dran (6:6).

Dann parierte Christian Geilich einen Strafwurf von Lewin und legte damit den Startschuss für eine überragende Torhüter- und Abwehrleistung. Der HSV rührte jetzt in der Defensive Beton an. Über zehn Minuten lang ließ er kein Gegentor zu. Im Angriff waren dagegen Maerten, Rummel und Schwenger erfolgreich und sorgten für eine klare Führung (11:6, 25.). Diese konnten die Zerbster bis zur Halbzeit sogar noch ausbauen (14:8).

In der Pause unter den zahlreichen Zuschauern durchaus Staunen. Einen solchen Spielverlauf hatten wohl die wenigsten erwartet. Gerade auch die schwache Leistung der Magdeburger wurde diskutiert. Allerdings gilt natürlich auch hier, man spielt immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt und der HSV ließ nicht viel zu.

Zu Beginn der zweiten Hälfte rechnete jeder mit einem Aufbäumen der Gäste, aber es waren die Zerbster, die gleich wieder voll da waren. Nach 34 Minuten baute Wetteborn den Vorsprung auf acht Tore aus (17:9).

Kritische Phase gemeistert

Selbst eine kurze kritische Phase in doppelter Unterzahl überstand der HSV relativ unbeschadet (17:12, 36.). Die nächsten zehn Minuten gehörten dann Fabian Schwenger. Er traf fünfmal in Folge und brachte die Heimsieben endgültig auf die Siegerstraße (22:14, 49.).

Die Gäste waren zu diesem Zeitpunkt nur noch mit sich selbst oder den Schiedsrichtern beschäftigt, deren Entscheidungen, egal ob richtig oder falsch, absolut nicht spielentscheidend waren. Nach einem Frust-Foul an Erik Hübner sah der Magdeburger Stefan Heinrichs in der 54. Minute glatt Rot.

Der HSV blieb seiner Linie bis zum Schluss treu. Eine bärenstarke Abwehr mit einem beeindruckenden Mittelblock (Brodowski/Rummel) und einem hellwachen Torhüter stellten die Gäste immer wieder vor große Probleme.

Den Schlusspunkt im Angriff setzte Hübner mit dem 25. Zerbster Treffer. Kuriosum am Rande: Als die Zerbster Spieler auf der Bank klatschend und stehend kurz vor Spielende den Sieg feierten, wurde dies von den Schiris unterbunden und mit einer Verwarnung geahndet. Regeltechnisch war dies zwar richtig, denn es darf immer nur ein Verantwortlicher stehen, aber hier hätte man sich ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gewünscht.

Am Ende gab es aber großen Jubel nach dieser Leistung. Am Samstag geht es beim HV Lok Stendal um die ersten Auswärtspunkte.

 

HSV Zerbst: Geilich, Lorenz – Rummel (1), Gerke, Schwenger (7), Hohmann (1), Daudert (6), Zimmer (1), Wetterborn (3), Kieler, Brodowski (2), Maerten (2), Hübner (2), Ille.