Zerbst l Erneut durchbricht somit ein bekanntes Zerbster TSV-Urgestein die Schallmauer zu einem neuen Lebensjahrzehnt. Der gebürtige Zerbster war und ist auf den Fuß- und Volleyballplätzen weiß Gott kein Unbekannter. Sein beachtliches Talent beim Fußball sowie sein großes Ballgefühl beim Volleyball bildeten die Grundlage für eine bis heute andauernde Sportlaufbahn.

Erste Schritte als Vereinsspieler

Bei der BSG Einheit/Empor Zerbst machte Dieter Handrich Anfang der 1960er Jahre seine ersten Schritte als Vereinsspieler, natürlich als Fußballer. Helmut Friedrich, Klaus Neupert oder Wolfgang Bösecke waren damals im Jugendbereich ebenfalls aktiv, spielten entweder in Nachwuchsmannschaften oder später im Männerbereich mit ihm zusammen.

Der mit dem Verein verwurzelte Herbert Bänsch war lange Zeit sein Übungsleiter. Bänsch wohnte nur 50 Meter weg vom Jahnstadion und war ständig für die Jungs Ansprechpartner.

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Leistungsmäßig schaffte Dieter Handrich schnell den Sprung in die erste Jugendmannschaft und gehörte dem Kader der Kreisauswahl an. Als vielseitiges Talent kam er im Sturm und im Mittelfeld zum Einsatz, konnte mit dem Ball auf den ersten Metern am Fuß stark beschleunigen und trickreich seine Gegenspieler umspielen.

Das blieb den Verantwortlichen der ersten Männermannschaft um Spielertrainer Joachim Lucas nicht verborgen. Dieter Handrich schaffte später den Sprung in den erweiterten Kader der ersten Männer, hatte aber immer wieder mit Verletzungen zu tun. Als gelernter Maurer war er am Tage körperlich stark belastet, am Abend und an den Wochenenden brauchte Dieter Handrich „einfach seinen Sport und alles, was damit zusammenhängt“.

„Dieter brachte immer seine Leistung, war sauer, wenn Mitspieler sich nicht hundertprozentig einbrachten“, so sein Sportfreund Wolfgang Mamsch. Beide nahmen in den 1970er Jahren als Freizeitkicker an der Betriebsrunde von Mannschaften Zerbster Betriebe, Produktionsgenossenschaften und Institutionen teil.

Techniker einer der Besten

Der in Zerbst Nord wohnenden Karl-Heinz Göritz bildete aus Fuß- und Volleyballern eine Mannschaft, die unter dem Namen „Zerbst Nord“ an der jährlichen Runde teilnahm. Meistens wurde auf dem Anger gespielt, einem Sportplatz mit mehr Sand- als Rasenfläche. Dort fühlte sich der „Techniker“ Handrich meist vor vollen Zuschauerreihen wohl, war einer der Besten seiner Mannschaft.

Bei den Volleyballern Fuß gefasst

In dieser Zeit hatte Dieter Handrich längst bei den Volleyballern Fuß gefasst. In einem Sechser mit Dieter Peltzer, Jürgen Beister, dem jungen Bodo Benecke, Inge Richter und Peter Bredow war er lange in der Region ungeschlagen. Das war die damals dominierende Volleyballmannschaft. Spricht man mit Dieter Handrich oder Wolfgang Mamsch über diese Zeit, so kommt man unweigerlich auf die Volleyballspiele gegen Mannschaften der in Zerbst stationierten sowjetischen Streitkräfte zu sprechen. Nach ihren Aussagen floss bei den anschließenden Siegerehrungen und Auswertungen meist „ordentlich Alkohol“.

Von da an dominierte das Volleyballspiel die sportlichen Aktivitäten des heutigen Jubilars. Er hatte beruflich und auch sportlich im Kreisbetrieb für Landtechnik in der Zerbster Kirschallee Fuß gefasst. Richard Gent, Arno Jeromie, Berthold Wolf, Wolfgang Mamsch, Peter Vandrey, Uli Hörer, Uli Krüger und „Utek“ Hildebrandt hießen da seine Mitspieler. Für diese KfL-Volleyballer waren die Vergleiche gegen Mannschaften eines tschechoslowakischen Partnerbetriebes immer Höhepunkte.

Dieser Sechser des KfL, des Kreisbetriebes für Landtechnik, bildete dann den Spielerstamm der Bezirksklasse-Mannschaft der BSG Einheit/Empor Zerbst. Spielertrainer war der Zerbster Wolfgang König, Zuspieler Dieter Handrich. Seit dieser Zeit hat sein Zuspiel die Spielweise und nicht zuletzt den Erfolg unzähliger Volleyball-Mannschaften bestimmt und geprägt. An seiner Seite konnten sich Spieler wie Peter Vandrey, Horst Wickner, Tilo Feldmann oder Hartmut Konietzka entwickeln und ihre Stärken einbringen.

„Dieter ist ein Phänomen. Seine Zuspiele kommen meist auf den Punkt genau. Ich weiß bei ihm, wie ich anlaufen muss, heute, wie vor 25 Jahren“, so der Zerbster Feldmann.

Vorbildwirkung für jüngere Spieler

Auf Kreisebene spielte Handrich bis zur Wende für den ersten Sechser des KfL. Das Spiel am hohen Netz fand im Kreis immer mehr Zuspruch. In der Saison 1987/88 kämpften zehn Sechser um den Titel des Kreismeisters. Anfang der 1990er Jahre waren es dann sogar 14 Männerteams. Da lief Dieter Handrich bereits für den TSV Rot-Weiß Zerbst auf, stand viele Jahre mit oder als Gegner von Berndt Wünsche, Holger Rommel, Horst Wickner, Jürgen Batz, Frank Jansen, Wolfgang König, Tilo Feldmann, Ingo Reimann oder Frank Pesselt auf dem Feld.

Die Spiele auf Bezirksebene, im BFS-Cup oder im Kreis gegen die damals dominierenden Lindauer waren für den Zuspieler immer besondere Höhepunkte. Heute sind die TSV-„Monsterblocker“ seine sportliche Heimat. Dieter Handrich steht dort mit seinen Töchtern gemeinsam am Netz und versucht, in der momentan schwierigen Zeit irgendwie die Mannschaft mit am Leben zu erhalten. Seine Einstellung, sein Einsatz beim Spiel und vor allem beim Training hatten und haben vor allem für jüngere Spieler immer Vorbildwirkung.

Dabei traf und trifft der Familienvater mit seiner Meinung nicht immer auf Gegenliebe. Wer ihn kennt, der weiß, dass den nun 70-Jährigen sein sportlicher Ehrgeiz antreibt. Die vielen Wegbegleiter, hier vor allem seine „Monsterblocker“, wünschen ihrem Sportfreund an dieser Stelle alles Gute zum Geburtstag und vor allem viel Gesundheit.