Zapresic/Zerbst l Deutscher Jugendmeister U18, Vizemeister U18, zweimal Bronze U14, gleich zweimal Bronze mit dem KSV Engelsdorf in der 200-Wurf-Bundesliga sowie Jugend-Nationalkader. Die Erfolge von Robert Herold können sich sehen lassen, aber nun landete der Leipziger bei der Champions League seinen ersten internationalen Coup im Erwachsenenbereich.

Recht kurzfristig, erst eine Woche vor dem Anreisetag, ereilte den Kapitän des Zweitbundesligisten die Nachricht, dass er mit nach Kroatien reisen soll. „Richtig zusagen konnte ich erst am Montag. Ich musste auf der Arbeit erst abklären, ob es überhaupt geht“, sagte der 33-Jährige.

„Anfangs war ich hin und her gerissen, da mit meiner Mannschaft das Landespokal-Viertelfinalspiel anstand. Aber dass die Champions League auch aus Sicht des Vereins vorgeht, war dann schnell klar“, erklärte der Familienvater, der sich „sehr freute, dabei sein zu dürfen“.

Dass er auch tatsächlich eine Einsatzchance bekommen würde, damit hatte er nicht gerechnet. „Es war klar abgesprochen, dass ich in den ersten Durchgängen mit betreuen soll. Und ich wusste, dass es entweder richtig schlecht laufen muss, dass ich spiele oder halt wahnsinnig gut. Es war mir von Anfang an klar, wenn ich überhaupt eine Bahn spiele, dass das Spiel eigentlich entschieden ist. Da es über sechs Bahnen ging, ist es auch schwer einzuschätzen, wann ein Spiel theoretisch entschieden ist. So wusste ich, dass ich nicht großartig zum Einsatz komme“, erklärte er.

Doch es kam anders. Nach der klaren 1:7-Niederlage gegen Gastgeber Zapresic im Halbfinale lief es im Spiel um Platz drei sehr gut für die Rot-Weißen. So kam es zum Wechsel zwischen beiden Teamkapitänen, als Timo Hoffmann Herold auf der letzten Bahn für sich einwechselte. Trotz „großer Aufregung“ erledigte er seine Aufgabe sehr gut, gewann die Bahn mit 149:134 Kegeln, glich zum 2:2 aus und holte mit dem höheren Gesamtergebnis von 615 Kegeln sogar noch den Mannschaftspunkt. „Meine Aufregung hat man sicher auch gesehen, aber im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden, wie ich ins Spiel reingekommen bin. Dass ich den Punkt dann noch geholt habe, war gut, auch wenn es mir der Ungar nicht wahnsinnig schwer gemacht hat“, meinte er bescheiden.

Die Bronzemedaille in der Champions League hat der Bauingenieur nun sicher und es „fühlt sich sehr gut an“, meinte er. „Erst habe ich gedacht, ob ich nach diesem Höhepunkt meine Kegelschuhe nicht an den Nagel hänge, hab es mir aber doch anders überlegt“, meinte er mit einem Lächeln. „Meine Hauptaufgabe bleibt die Mannschaftsleitung in der Zweiten und da haben wir genug mit dem neuen Zweitbundesligajahr zu tun. Die Rollen im Verein sind da auch klar verteilt und das passt auch so“, weiß er um seinen Auftrag beim SKV.

Die Teilnahme an der Champions League wird für den Kegler stets „ein unvergessliches Erlebnis bleiben“. „Deshalb habe ich auch nicht gezögert, um das einfach mal erlebt zu haben. Denn wie viel Prozent der Kegler fahren jemals zu einem Champions League-Finale oder überhaupt, wie viele Sportler, egal in welcher Sportart, schaffen das. Die Chance bekommt man wahrscheinlich nicht gleich wieder. Deswegen war es auf jeden Fall ein schönes Erlebnis und mit der Bronzemedaille natürlich noch besser“, war der Bauingenieur glücklich über die Ehrung.

„Meine ganzen Medaillen und Pokale stehen noch bei meinen Eltern“, erzählte er. Die von der Champions League wird er nun in seine eigene Vitrine in das neu bezogene Haus in Leipzig-Borsdorf legen. Und vielleicht gesellen sich noch weitere dazu. Dass er das Potenzial dazu hat, konnte er schon mehrfach beweisen.