Zerbst l Nach den grandiosen Erfolgen in vier aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Bundesliga und im DKBC-Pokal weht morgen ab 12.45 Uhr ein anderer Wind im „Stadtwerke Kegelsportcenter“ in Zerbst, ein internationaler. Die Zerbster Spitzenkegler vom SKV Rot Weiß wollen den ersten Schritt auf dem langen Weg in das Final Four am 28./29. März 2020 im serbischen Apatin machen. Dazu erwartet der SKV in der 1. Runde der Champions League die Slowaken vom SKK Trstena Starek. Neben der Anspannung vor solch einem nicht alltäglichen Spiel steht aber auch die Vorfreude, denn mit Ivan Cech kommt der Publikumsliebling, der viele Jahre bei den Zerbstern erfolgreich spielte und in Zerbst mit seiner Familie lebte, zurück an seine ehemalige Wirkungsstätte.

Doch nach der sicherlich herzlichen Begrüßung von Cech muss der SKV die Konzentration schon wieder hochhalten: „Wir wollen nicht nur gewinnen, sondern mindestens ein 6:2 erreichen, um etwas entspannt zum Rückspiel in 14 Tagen in die Ferne zu reisen. Lieber wäre mir sogar ein 7:1“, meinte Mannschaftsleiter Andreas Förster.

Ähnlich wünscht es sich auch SKV-Präsident Lothar Müller: „Minimum ist ein 6:2. Besser wäre ein 7:1 mit vielen Satzpunkten, denn es zählt jeder Satz, der nicht eingefahren wird."

Ein leichter Gegner sind die Slowaken, Fünfter beim Europapokal, auf keinen Fall und die Rot-Weißen werden sie sowieso nicht unterschätzen. „Im Team sind zwei polnische Nationalspieler, ein ehemaliger Nationalspieler aus Podbrezova und dass Ivan kegeln kann, wissen wir. Außerdem hat die Bahn in Trstena so ihre Eigenheiten, deshalb brauchen wir einen möglichst klaren Sieg“, so Förster, der den Gegner längst studiert hat: „Da steckt ein finanzkräftiger Spediteur dahinter und das Team hat viel Potenzial.“

Aufgabe

Dennoch bleiben die Zerbster Verantwortlichen optimistisch, was die morgige Aufgabe angeht. „Alle Spieler sind bei uns zur Zeit auf einem absolut hohen Niveau und wenn wir Richtung 3900 Kegel spielen, ist es für jeden schwer. Wir müssen jedoch Respekt haben und immer wieder unsere eigene Leistung bringen. Ich denke, wir können uns nur selbst ein Bein stellen“, so Förster.

Ähnlich sieht es Teamkapitän Timo Hoffmann, für den diese Spiele immer wieder „etwas Besonderes“ sind. „Wir wollen ein Stück weit mit Freude in das Spiel gehen, denn nicht jeder Kegler hat das Glück, solche Spiele in der Regelmäßigkeit wie wir zu erleben“, erhofft sich der Routinier für seine Männer.

Auch er hat sich mit dem morgigen Gegner vertraut gemacht: „Nominell haben die Slowaken einige Spieler, die wir von der internationalen Bühne kennen. Trotzdem sind sie schwer einzuschätzen. Wir sind daheim und wollen einen klaren Sieg.“

Festlegen auf ein Wunschergebnis wollte sich der 49-Jährige nicht. „Wenn wir an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen können, sollte ein klarer Sieg machbar sein“, vertraut er auf sein Team und weiß um die „komfortable Situation“. „Alle sind in einer sehr guten Verfassung und ich muss mir die letzten Wochen nochmal durch den Kopf gehen lassen.“

Doch der Banker hat für die Aufstellung nicht nur das morgige Spiel im Hinterkopf. „Ich schaue auch schon in Richtung nächste Woche, denn das Spiel in Breitengüßbach ist immens wichtig für uns“, betonte er mit Blick in Richtung Meisterschaft.

Neben der normalen Anspannung freut sich vor allem Timo Hoffmann auf seinen langjährigen Wegbegleiter und Freund Ivan Cech: „Ivan ist ein Mann der ersten Stunde und er ist damals mit mir gemeinsam nach Zerbst gekommen und hat mit begonnen, Erfolgsgeschichte zu schreiben. Er ist ein super Typ und ich freue mich auf ein Wiedersehen.“

Doch spätestens, wenn die Nationalhymnen erklingen, ist die Anspannung da und der SKV gefordert, den ersten Schritt auf dem langen Weg in das Final Four im serbischen Apatin zu gehen.