Halle/Zerbst l Die Sektionsleitung Classic um den Präsidenten des Landesverbandes und Sektionsvorsitzenden Wolfram Beck hatten entschieden, entsprechend der Vorgaben der Politik den Landes-Spielbetrieb vorerst bis zum Jahresende auszusetzen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Schon zuvor hatte ja der DKBC mit seiner Corona-Taskforce den Spielbetrieb auf Bundesebene ausgesetzt. Das war eine rechtzeitige und vernünftige Reaktion. Dann haben wir uns in der Sektionsleitung mit mir als Vorsitzendem, Pascal Schobes als Stellvertreter und Werner Wegnershausen als Sportwart zusammengesetzt“, berichtete Beck über die Entscheidungswege.

Eine klare sportliche Entscheidung

„Die Richtung, die die Politik ja dann auch mit dem Lockdown gegangen ist, war vorherzusehen. So mussten wir schnell entscheiden.“ Dass der Kegelstopp gleich bis zum Jahreswechsel beschlossen wurde, ist aus Beck`s Sicht eine klare sportliche Entscheidung gewesen: „Selbst wenn wir Anfang Dezember wieder in die Hallen dürften, können wir doch unsere Sportler nicht nach einem ganzen trainingsfreien Monat in den Wettbewerb schicken, das geht einfach nicht.“

Eine Einschränkung macht der oberste Landeskegler dann doch: „Die Spitzenverbände des Sports, der Landessportbund und der DOSB, haben an die Politik Briefe, eher Wunschlisten, versendet, mit der Bitte zu prüfen, ob nicht wenigstens der Trainingsbetrieb und der Kinder- und Jugendsport in den Vereinen schon Ende November ermöglicht werden können. Wenn da positive Signale kommen, sind wir natürlich in unseren Entscheidungen gern flexibel und werden uns erneut zusammensetzen.“

Kegeln als Individualsportart

Auch Beck sieht seinen Kegelsport eher als Individualsportart und glaubt, dass gerade beim Kegeln das Einhalten wichtiger Hygiene- und Abstandsmaßnahmen gut möglich wäre. „Wenn man sieht, dass die Kinder im Schulsport und nachmittags auf den Spielplätzen zusammenkommen, wäre ein sicher noch besseres Schutzniveau auf unseren Anlagen durchaus möglich.“

Wie es im neuen Jahr, oder eben im Dezember, weitergehen kann, steht auch für die Kegler auf Landesebene in den Sternen. Eine Verlängerung der Saison bis in den Juni, bei eventueller gleichzeitiger Absage von diversen Einzelmeisterschaften, scheint denkbar. „Doch die momentane Situation mit den immer noch steigenden Zahlen zwingt vorerst zum Abwarten. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir definitiv im Dezember nicht kegeln dürfen, wahrscheinlich nach Weihnachten auch nicht. Wir müssen auf alle Fälle die Vorgaben der Politik beachten“, meint der Sektionsvorsitzende nachdenklich.

Entwicklung auf Bundesebene beachten

Und dann muss der Landesverband ja auch immer die Entwicklung auf Bundesebene im Auge behalten. Sollte beim DKBC eine Entscheidung in Richtung Saisonabbruch ohne Auf- und Abstieg getroffen werden, hat das gravierende Auswirkungen auch auf den Landes-Spielbetrieb.

Der Kapitän der Zerbster Kegler vom SKV Rot Weiß und Männer-Bundestrainer Timo Hoffmann hatte diese Variante in einem Volksstimme-Interview in Erwägung gezogen. „Wenn unser Landesmeister nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen kann, zieht sich das ja in die Ligen darunter durch. Dafür gibt es keine Regelungen in Ordnungen und Durchführungsbestimmungen. Dann müsste der Sektionssportausschuss entsprechende Entscheidungen treffen. Da sind Ad hoc-Entscheidungen nicht angesagt“, meint Beck mit Blick in die nahe Zukunft.

Trotzdem lebt die Hoffnung vage weiter, dass demnächst die Kugeln im Land Sachsen-Anhalt wieder rollen können.