Gommern l Seit 14 Jahren kegelt der Loburger nun bereits für die Blau-Gelben in Gommern. Nicht nur seine familiären Wurzeln hat der 18-Jährige in Loburg. Auch seine Kegelwurzeln befinden sich in der Burgstadt, denn in seinem Heimatort schob er die ersten Kegelkugeln, erlernte bei seinem Vater Rolf Busse das Kegel-ABC.

Da es in Sachen Jugend in Loburg mau aussah und kein Trainer zur Verfügung stand, wechselte der Jugendspieler nach Gommern. „Es hatte ja auch mit der Schule gut zusammengepasst“, erzählte der Gymnasiast an der Europaschule Gymnasium Gommern.

Der Wechsel hatte sich gelohnt. Unter den Fittichen von Trainerin Kerstin Bich wurde Dustin Busse auf Anhieb Vierter bei der Landesmeisterschaft Vielseitigkeit und errang mit der U14-Mannschaft des Kreiskeglerbundes Anhalt-Bitterfeld (KKB) Bronze bei der Landes-Mannschafts-Meisterschaft (LMMS).

Seit der Altersklasse U18 trainiert der Youngster bei Jens Bich und die Erfolge rissen nie ab. Doch das vergangene Jahr war bisher am erfolgreichsten. Der Sportler nahm an allen Wettkämpfen teil und hatte bei allen teils riesen Erfolge. Er holte den Kreismeister-Titel in Bitterfeld. Dort erspielte er über zweimal 120 Wurf am Sonnabend und am Sonntag 1045 Kegel (502, 543). Bei den Vereins-Mannschafts-Meisterschaften in Merseburg steuerte er 523 Kegel zum Sieg seines Teams bei. Bei den Landeseinzel-Meisterschaften (LEM) in Sangerhausen glänzte er vor allem am Finaltag mit seinem Bestwert von 570 Kegeln, kam insgesamt auf 1090 Kegel und holte Silber.

Grandios und unvergessen werden ihm die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften in Erinnerung bleiben. Im Spiel um Bronze sah alles schon nach einer Niederlage seiner Mannschaft aus. Doch der Loburger entschied die Partie mit dem letzten Wurf und sicherte mit nur einem Kegel Vorsprung den Podestplatz. „Ich hatte gedacht, das Spiel ist verloren. Derjenige zu sein, der noch für eine Medaille sorgt, war richtig gut. Wir haben mehr gefeiert als der Sieger“, erinnerte er sich.

Auch die Kreismeisterschaft Vielseitigkeit dominierte Busse. Mit der überragenden Punktzahl von 647,7 siegte er mit weitem Abstand.

Diese Punktzahl konnte er bei der LEM Vielseitigkeit auf den Bahnen in Möhlau nochmals toppen. Mit Bestwerten in allen drei Disziplinen – 9,28 min im 2400 Meter-Lauf, 473 Durchschläge beim Seilspringen und 543 Kegeln – verteidigte er souverän seinen Titel, erneut mit großem Abstand zur Konkurrenz. Dies war sein vierter Titel in Folge.

So erfolgreich wie er war, stand er natürlich auch beim Ländervergleich der U18 im Team. Dort holten die Jungs den vierten Rang.

Als Auszeichnung für seine Leistungen durfte er auch gleich bei den Herren zum Ländervergleich zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen mit auflaufen, stand dort beispielsweise an der Seite von Udo Volkland und Thomas Große, die beim Zweitbundesligisten Leitzkau bzw. Schönebeck kegeln. Dort trug er gute 520 Kegel zum Erfolg der Sachsen-Anhalter bei.

Um diesen Erfolg zu haben, muss der Sportler natürlich trainieren. Zweimal pro Woche steht er auf der „Platte“, einmal mit seinem Trainer und einmal allein. Außerdem geht er regelmäßig ins Fittness-Studio, stärkt dort seine Bauch-, Rücken-, Arm- und Schultermuskulatur.

Der Abiturient ist Stammspieler der Landesliga-Mannschaft des SV Eintracht Gommern und ein Leistungsträger. Auf der neuen „PAULY-Kegelarena“ steht sein Bestwert bei 561 Kegeln.

Und ein sportliches Vorbild hat der Youngster auch. „Thomas Schneider vom SKV Rot-Weiß Zerbst ist mein Vorbild, weil er eine übel lange Auflage hat und einen krassen Körperbau. Außerdem wegen seiner Körperspannung. Für mich ist er vom Wurf her der beste Spieler der Welt.“

Nicht nur sportlich hat Dustin Busse seine Ziele fest im Blick. Er weiß auch schon, wie es nach dem Abitur weitergehen soll. So hat er bereits einen Ausbildungsvertrag zum Sozialversicherungs-Fachangestellten in der Tasche. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist in Berlin.

Noch lieber würde er Stadtinspektor werden. Dazu wäre ein duales Studium in Hannover notwendig. Ob seine Bewerbung erfolgreich ist, erfährt er Mitte dieses Monats.

Als weitere Möglichkeit schwebt ihm eine Ausbildung beim Zoll vor. „Das ist noch offen, da die Bewerbungs-Gespräche erst im April sein werden“, sagte er.

Egal, wohin es ihn am Ende ziehen wird. Der sympathische junge Mann wird seinen Weg gehen. Schade ist es nur, dass er ab der nächsten Saison nicht mehr bei den Blau-Gelben spielen kann, da die Fahrtwege zu weit wären. So hat er sich auch sportlich schon neu orientiert und wird aller Voraussicht nach zum Zweitbundesligisten nach Schönebeck wechseln.

„Ich kegle zwar gern hier, aber wenn ich im Sport weiterkommen möchte, muss ich dort spielen, wo ich gesehen werde“, sagte er und freut sich bereits auf die neuen Herausforderungen, die auf ihn warten.