Zapresic l Kann sich Geschichte wiederholen? Vor ziemlich genau zwei Jahren gewann Rot Weiß Zerbst in Podbrezova (SVK) zum dritten Mal die Champions League der Classic-Kegler. Damals musste man gegen den favorisierten Gastgeber bereits im Halbfinale antreten. Und gewann... Am Samstag geht es im kroatischen Zapresic erneut gegen die Heim-Mannschaft um den Einzug ins Finale. „Wir haben schon einmal im Halbfinale gegen den Gastgeber gewonnen und dann die Champions League (CL) geholt. Warum soll das nicht wieder gelingen. Das wäre sicher nicht das Schlechteste.“ Mit diesen Worten machte SKV-Kapitän Timo Hoffmann seine Spieler kurz nach dem Pokalsieg am vergangenen Sonnabend gegen Bamberg heiß auf das, was ab morgen in Zapresic ansteht.

Im morgigen Halbfinale haben die Rot-Weißen ab 16.30 Uhr zum Gelingen dieses Vorhabens jedoch erneut eine Mammut-Aufgabe zu lösen. Geht es in Zapresic doch gegen keinen Geringeren als den amtierenden Weltpokalsieger, der ausgerechnet gegen Zerbst das Finale im vergangenen Oktober mit einem Superspiel gewonnen hatte.

Im Team der Kroaten steht, wie vor einem halben Jahr auch, mit Luca Bolanca der Spieler des damaligen Turniers, der mit überragenden 705 Kegeln die Gegenwehr des SKV brach. Er scheint auch derzeit in hervorragender Verfassung, spielte vor Kurzem in der kroatischen Liga wahnsinnige 725 Kegel. Die weiteren Spieler des Gastgebers um den ehemaligen Zerbster Uros Stoklas zeigten während der gerade abgelaufenen Punktspielsaison, die Zapresic ungeschlagen als Meister beendete, unterschiedlich starke Leistungen.

Neben dem nationalen Titel, den auch der deutsche Serienmeister erneut souverän gewann, eine weitere Parallele zwischen den Halbfinalgegnern. Doch die SKV-Recken haben gerade in den letzten drei Spielen in Liga und Pokal ihre zuvor teils wechselhaften Ergebnisse auf ganz hohem Niveau stabilisiert. „Das wurde auch international wahrgenommen. Da haben wir eine echte Duftmarke in Richtung Kroatien gesetzt“, weiß Hoffmann um die Stärke seiner Mannschaft.

In Bamberg mit dem Bahnrekord und vor allem in den beiden Heimspielen gegen Raindorf und Bamberg mit Ergebnissen um die 3900er Marke konnten die Zerbster tolle Werte vorweisen, bei denen sogar bei einzelnen Spielern noch weiteres Potential erkennbar war. „Ich glaube, so formstark sind wir lange nicht mehr zu internationalen Spielen aufgebrochen“, hofft der SKV-Teamchef auf das Momentum, das er auf Zerbster Seite sieht.

Auch Andreas Förster, Sportwart des SKV, hofft auf eine „Revanche für die Final-Niederlage vom Weltpokal“. „Wir sind etwas am hohen Niveau der Zapresicer, ihrer Zuschauer und an unseren eigenen Nerven gescheitert. Aber das wollen wir unbedingt wettmachen.“

Heimvorteil?

Und auf den Heimvorteil der Kroaten angesprochen meint er sogar, dass „das kein Vorteil sein muss“. „Der Druck ist jetzt viel höher. Sie sind über mehrere Jahre nach oben gekommen und haben den Weltpokal, sicher auch für sie selbst überraschend, gewonnen. Das zu wiederholen, wird erheblich schwerer.“

Der Blick auf die eigenen Leistungen beschreibt den Optimismus, der im gesamten Zerbster Team lebt, deutlich: „Wenn wir das auf die Bahnen in Zapresic bringen, was wir in den vergangenen Wochen gezeigt haben, bin ich zuversichtlich“, hofft Förster auf ebenso gute und ausgeglichene Ergebnisse der Zerbster im morgigen Halbfinale.

Im ersten Halbfinale ab 14 Uhr treffen ein aktueller und ein ehemaliger CL-Sieger aufein- ander. Der mögliche Finalgegner der Zerbster wird zwischen dem Titelverteidiger aus Podbrezova (SVK) und dem Top-Team aus Szeged (HUN) ermittelt.

Und sollten Szeged und der SKV Rot Weiß Zerbst ihre Halbfinal-Spiele gewinnen, kann sich tatsächlich Geschichte wiederholen. Denn vor zwei Jahren, nach dem vom SKV gewonnenen Halbfinale gegen den damaligen Gastgeber, spielten die Rot-Weißen im Finale gegen Szeged. Und sie siegten …