Dettenheim l  Zunächst verloren die deutschen Kegelherren in Dettenheim im Halbfinale gegen den alten und neuen Weltmeister Serbien mit 2:6 Mannschaftspunkten bei 3888:4003 Kegeln. Die Traurigkeit in den Gesichtern vor allem der Zerbster Spieler vom SKV Rot-Weiß war bis in den späten Abend nicht gewichen.

Mathias Weber, gewohnt als Startspieler aufgestellt, verzweifelte: „Wenn ich vorne meinen Punkt hole, spielen die Serben keine 4000 Kegel, dann wird das ein ganz anderes Spiel.“

 

Weber hatte die Chance, gegen Kovacic zu gewinnen, vergab diese jedoch bei 2:2 Sätzen und 663:685 Kegeln. Ähnlich erging es dem ehemaligen Zerbs- ter Torsten Reiser, der Ernjesi bei Satzgleichheit mit 656:687 unterlag. So waren die deutschen Herren von Beginn an im Hintertreffen.

Im Mitteldurchgang wollten die Gastgeber zur Aufholjagd blasen. Dies schien auch zu klappen. Timo Hehl hatte den einzigen Schwachpunkt im serbischen Team im Griff und gewann sein Duell gegen Simijonovic deutlich (640:615, 3:1). Axel Schondelmaier (2:2, 635:661) führte bis zum Schlusssatz ebenfalls gegen Tepsa. Doch auf seiner letzten Bahn verlor er die Linie und nach eigener Aussage „das Spiel“.

Die Serben waren nun schon mit 3:1 Mannschaftspunkten und 54 Kegeln enteilt und die Aufgabe für die deutschen Schluss-Spieler wurde immer schwerer. SKV-Kapitän Timo Hoffmann holte zwar den zweiten Punkt für sein Team gegen Baranj mit starken 681:668 Kegeln und 3:1 Sätzen, doch Thomas Schneider (1:3, 613:687) hatte gegen den wohl besten und konstantesten Spieler des gesamten Turniers, Einzel-Weltmeister Vilmos Zavarko, keine Siegchance.

So jubelten die Serben verdient über den Finaleinzug und die Deutschen verließen, trotz des Jubels der Fans von den brechend vollen Tribünen, mit hängenden Köpfen die Arena. Die Serben schlugen am Nachmittag dann auch noch Finalgegner Ungarn mit 6:2 (3982:3861) und feierten ihre Titelverteidigung.

Die abendliche Siegerehrung zeigte dann doch schon erste versöhnliche Blicke auch auf deutscher Seite. Gemeinsam mit den erst in den Entscheidungswürfen (Sudden Victory) gegen Kroatien siegreichen Gold-Damen feierten die „bronzenen“ Männer, unter ihnen fünf Aktive des SKV Rot-Weiß Zerbst, doch noch ausgiebig ihren Medaillen-Gewinn.

Eine vom KV Liedolsheim und seinem Chef Harald Seitz perfekt organisierte und mit viel persönlichem Engagement durchgeführte Weltmeisterschaft wurde mit einem wunderschönen Feuerwerk in den Dettenheimer Nachthimmel beendet.