Magdeburg l Die Männer um Kapitän Sascha Steffens wollten vor ihren Fans unbedingt das erste Spiel gewinnen. Die VVSA-Nachwuchsauswahl und der bisher ungeschlagene Tabellenführer aus Jübar und Salzwedel standen als Gegner den Burgstädtern gegenüber. Die Lindauer hatten bei der Vorbereitung alle Hände voll zu tun. Hallenabsprache, Hygiene-Konzept, Sponsorenwürdigung, Verpflegung der Fans, Presseabsprache und vieles andere mehr mussten im Vorfeld geklärt werden. Die Pandemie ist nicht nur für die Fußball – Bundesliga eine große Herausforderung.

Die Lindauer hatten bis auf Rückkehrer Robert Willno den gesamten Kader zur Verfügung.

Nur 25 Zuschauer

Die nur 25 Zuschauer sahen im ersten Satz gegen die Landesauswahl die Lindauer noch im Schlafmodus. Steffens, Ernst, Brodzik, Elmenthaler, Puls (Zuspieler) und Brüning (Libero) fanden als Startformation keine Einstellung zum variablen Spiel gegen die mit 17 Spielern (14, 15 und 16 Jahre) sowie zwei Trainern und einem Videoanalysten angereiste Auswahl. Klar ging der Satz an die Gäste (25:14). Im zweiten Satz steigerten sich die Burgstädter. Nach Verletzung kam Guido Müller für Zuspieler Puls (Leistenprobleme).

Zwar wurde der Spielfluss auch nicht besser, jetzt stimmte aber der Einsatz und der Block stand besser. Leider zerfiel das Lindauer Spiel beim 19:22.

Man hätte jetzt den Anschluss schaffen können, denn bei der Landesauswahl wurden jetzt verstärkt Wechsel vorgenommen. Dadurch ging bei den Talenten etwas die Spielsicherheit verloren. Den Satz konnte die Auswahl trotzdem gewinnen (25:23).

Bei der Landesauswahl wurde weiter durchgewechselt. Man wollte allen mitgereisten Spielern Einsatzchancen geben. Das nutzten die Hausherren. Jetzt zog plötzlich Spiellaune ein, beim Block stimmte die Abstimmung und die Aufgaben kamen sicherer. Dazu rissen die „alten Hasen“, wie Ralf Elmenthaler (45) und Sascha Steffen (34), die anderen mit. Der Satz brachte die Wende im Spiel (25:23).

Jetzt waren einige Zuschauer trotz Mundschutz zu hören, schwappte die Begeisterung aufs Spielfeld über. Die Lindauer führten (15:9). Dann riss plötzlich der Spielfaden. Mit ihrem Läuferspiel und ihrer Passgenauigkeit machte die Landesauswahl nun fünf Punkte infolge.

In der Schlussphase führten die Lindauer erneut und hatten durch Steffen (Angriff) und Brodzik (Block) entscheidende Aktionen. Beim 24:23 für Lindau gab es einen nervenaufreibenden und langen Ballwechsel. Das Spiel lebte jetzt von der Spannung. Lindau siegte 25:23 und kippte das Spiel.

Erfahrung zahlt sich aus

Im vierten und danach im entscheidenden fünften Satz zahlte sich die Erfahrung der Lindauer (Elmenthaler, Müller, Steffen) und der Einsatz von Libero Moritz Brüning aus. Beide Sätze gingen ebenfalls an die Lindauer und somit der angestrebte Spielgewinn (3:2).

Dann hatten die Gastgeber den Tabellenführer vor der Brust. Bereits in Jübar standen sich beide gegenüber und Lindau verlor klar 0:3. „Wenigstens einen Satz wollten wir gewinnen“, so Müller. Die Salzwedler, nur ein Spieler kommt von außerhalb, sind eine eingespielte Mannschaft, die auf den ersten Blick nicht wie ein Aufstiegsanwärter in die Landesoberliga wirkt, athletisch auch nicht so aussieht.

„Wir wollen aufsteigen, die Chance dafür ist für uns gegeben“, so die Gäste. Das Spiel bestätigte das. Die Lindauer wechselten Neuzugang Joachim Behrens (26), der von Tony Polaczek angesprochen wurde, ein und zeigten vor allem beim Block gute Aktionen. Als der Tabellenführer seine leichten Fehler abstellte und seinen starken Angreifer ins Spiel brachte, zog er davon und sicherte sich den Auftaktsatz (25:14).

Danach kam bei Lindau Routinier Thoralf Sandmann (60) für Brüning und Steffen für Behrens. Mit platzierten Linienbällen kamen die Burgstädter heran, konnten aber nichts gegen das variable Spiel der Männer aus dem Landesnorden ausrichten.

Enttäuschung pur

Ähnlich verlief der dritte Satz, wobei man den technisch unfertigen Hauptangreifer (Ballannahme) der Gäste nicht in den Griff bekam. Die Salzwedler gingen so verdient als Sieger vom Feld und vermasselten so den Lindauern das Erfolgserlebnis eines Satzsieges. „Denn das wollten wir. Wir müssen variabler, konstanter im Angriff werden. Manchmal stimmte auch die Grundaufstellung zum Ball nicht. Das gewonnene Spiel gegen die Landesauswahl gibt aber Hoffnung“, so nach dem Spiel doch etwas enttäuscht Daniel Puls.

Auch Renè Ernst saß „angefressen“ auf der Bank, fühlte sich „nicht richtig ins Spiel eingezogen“. Der Zerbster haderte mit seiner Leistung. Der ehemalige TSV-Spieler ist aber mittlerweile ein wertvoller Spieler beim Landesligisten geworden.

Lindau II: Steffen (Kapitän), Müller, Elmenthaler, Sandmann, Brodzik, Ernst, Sandmann, Grosche, Brüning, Puls, Behrens.