Magdeburg l Zum Abschluss ihrer Aufstiegssaison besiegten sie den SW Badeborn mit 3:1. Zum letzten Spieltag der Saison reiste der TSV um Kapitänin Nicole Barycza in die Landeshauptstadt. Im ersten Spiel trafen die Zerbster auf den Gastgeber, die WSG Reform Magdeburg II. Bereits in diesem Spiel sollte der Staffelsieg perfekt gemacht werden.

Der TSV brauchte drei Punkte aus den letzten beiden Spielen, um den Thron in der Landesklasse zu besteigen. Jedoch verlief der erste Satz gar nicht nach Plan. Das schnelle Spiel gepaart mit harten Angriffen der Magdeburger verunsicherte die Zerbster, so dass sie nicht zu ihrem Spiel fanden. Viele Fehler und ungeordneter Spielaufbau sorgten für den Satzverlust (23:25).

Auch fehlten bei den Zerbs- tern zusätzliche Optionen von der Bank. Verletzungsbedingt und aufgrund persönlicher Gründe reisten die Zerbster mit nur acht Spielerinnen an. Dazu kam noch, dass Angreiferin Sabine Köppen krankheitsbedingt nicht eingesetzt werden konnte und vorzeitig abreisen musste.

Zerbster geben alles

Die WSG setzte auch im zweiten Satz voll auf Angriff. Im Gegensatz zum Hinspiel (3:0 für Zerbst) stand bei den Landeshauptstädtern ein komplett neuer Kader, gespickt mit ehemaligen Spielerinnen aus der Oberliga, auf dem Feld. So verlor der TSV auch den zweiten Satz mit 18:25.

Im dritten Satz gaben die Zerbster noch einmal alles. Mit verbesserter Annahme kam kurzzeitig Sicherheit ins Spiel und brachte ihnen einen 25:18-Satzerfolg.

Die Sicherheit hielt jedoch nicht lange. Im vierten Satz schlichen sich wieder vermehrt Fehler ein, so dass sich die WSG Reform schnell absetzen und den Satz deutlich mit 25:9 gewinnen konnte. Endstand 3:1 für WSG Reform Magdeburg.

Sieg erforderlich

Durch diese Niederlage war ein Sieg im abschließenden Spiel gegen Schwarz-Weiß Badeborn erforderlich, um den ersten Tabellenplatz wieder zu erlangen. Da der USC Magdeburg IV seine beiden Spiele souverän auf dem Nachbarfeld gewonnen hatte, war er kurzzeitig auf den ersten Tabellenplatz vorgerückt und wartete auf einen Ausrutscher der Zerbster.

Das Spiel war von Anfang bis Ende hart umkämpft. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Den Spielerinnen spürte man die Nervosität aufgrund der Bedeutung des Spiels förmlich an. Individuelle Fehler im Angriff und in der Feldabwehr ließen die Gegner immer wieder herankommen.

Taktische Auszeiten

Durch clever eingesetzte taktische Auszeiten konnte Trainer Maurice Erb wieder etwas Ruhe ins Spiel bringen. So gingen die ersten Sätze knapp mit 25:22 und 25:20 an den TSV.

Im dritten Satz ließen bei den Spielerinnen allmählich die Kräfte nach. Das harte Spiel gegen Magdeburg und die umkämpften Sätze gegen Badeborn hinterließen ihre Spuren.

Verstärkt setzten sie nun auf Angreiferin Carolin Kaiser, welche wegen einer Erkältung nicht fit war und im ersten Spiel geschont wurde. Leider konnten auch ihre starken Angriffe den 19:25-Satzverlust nicht verhindern.

Von diesem Satzgewinn beflügelt wollte Badeborn das Spiel nun drehen. Lautstark wurden sie dabei vom USC Magdeburg angefeuert, welcher bei einer Niederlage der Rot-Weißen den ersten Platz in der Tabelle behalten würde.

Wahrer Krimi

Dieser entscheidende Satz sollte sich zu einem wahren Krimi entwickeln. Körperlich angeschlagen versuchten die Zerbster die Ballwechsel kurz zu halten und mit gut platzierten Bällen zu punkten, um Kraft für einen eventuellen fünften Satz zu sparen. Anfangs gelang diese Taktik sehr gut, so dass der TSV meist mit zwei bis drei Punkten führte. Darauf konnten sich die Badeborner jedoch schnell einstellen und wieder ausgleichen.

Die Führung wechselte ständig hin und her. Da alle anderen Mannschaften ihre Spiele bereits absolviert hatten, verfolgten diese voller Anspannung das abschließende Spiel. Selten war an einem letzten Spieltag der Kampf um den Sieg so eng.

Herausragende Leistung

Beim Stand von 22:20 war der Sieg für den TSV greifbar, aber er konnte den Sack nicht zumachen. Die jungen Spielerinnen aus Badeborn stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Mit viel Einsatz glichen sie zum 24:24 aus und der Satz ging in die Verlängerung.

Sichtlich erschöpft und mit letzter Kraft konnten sich die Zerbster mehrere Satzbälle holen, diese jedoch in den langen Ballwechseln nicht zum Sieg verwandeln. Auch Badaborn hatte bereits einen Satzball, den die Zerbster abwehren mussten. Keinen Zuschauer hielt es mehr auf den Sitzen. Beim Stand von 29:28 für die Rot-Weißen platzierte Carolin Kaiser gekonnt einen Ball vor die Füße der Badeborner zum Sieg für den TSV Rot-Weiß Zerbst, der sich im Anschluss die Anspannung lautstark aus dem Körper schrie.

Bei der anschließenden Siegerehrung überreichte Staffelleiterin Verena Krause den Pokal zum ersten Mal in der Zerbster Vereinsgeschichte an Kapitänin Nicole Barycza.

Mit dieser herausragenden Leistung bedankten sich die Spielerinnen des TSV Rot-Weiß Zerbst bei allen Fans, Zuschauern, Trainer Maurice Erb, Co-Trainer René Ernst sowie allen Beteiligten, die bei den Heimspielen für einen reibungslosen Ablauf der Verpflegung gesorgt und unterstützt haben, ganz herzlich.