Magdeburg l Von einem reinen City-Marathon war im vergangenen Jahr die Rede, als aufgrund von Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz der Volkslauf in Magdeburg eine neue Streckenführung bekam. An vielen Sehenswürdigkeiten vorbei ging es durch die Stadt, insbesondere rund um den Dom entstand ein zentraler Punkt des Laufes.

Etwas ganz Anderes erwartet die Läufer dagegen am kommenden Sonntag. „In der Stadt gibt es ja eher noch mehr Baumaßnahmen. Damit wir den Verkehr nicht ganz so stark beanspruchen, haben wir die Strecke erneut angepasst“, sagt Ralf Eger vom Organisationsteam der VLG 1991 Magdeburg.

Das Motto lautet jetzt: „Magdeburg ist grün“. Für die Läufer geht es somit nicht direkt nach dem Start über den Nordbrückenzug über die Elbe, sondern erst einmal in Richtung Herrenkrug-Park. „Auf diesen zweieinhalb Kilometern wird das Läuferfeld schon auseinandergezogen“, vermutet Eger.

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Weniger Strecken auf Kopfsteinpflaster

Die Marathon- und Halbmarathon-Läufer drehen im Park nämlich noch eine Schleife, während das restliche Läuferfeld auf die andere Elbseite hinüberwechselt. „Die Silhouette von Magdeburg hat man während des Laufs immer im Blick. In der Stadt ist man aber weniger unterwegs“, sagt Eger.

Das muss allerdings kein Minuspunkt sein. Gerade die zentrale Führung des Marathons wurde im vergangenen Jahr oft kritisiert, vor allem wegen der engen Wege und des Kopfsteinpflasters. „Die Strecken auf Kopfsteinpflaster sind weniger geworden. Die Läufer erwartet eine relativ gerade, glatte Unterbodenstruktur“, betont auch Eger.

Die erneute Änderung im Streckenverlauf hat auch der bisherigen Resonanz keinen Abbruch getan. 4800 Läufer haben sich bereits registriert, „mit den entsprechenden Nachmeldungen können wir mit weit mehr als 5000 Startern rechnen“, sagt der Organisator. Am vergangenen Montag war zwar Anmeldeschluss, da die Startnummern – mit Name und entsprechender Farbe für den jeweiligen Lauf – in Druck gegeben wurden. Allerdings können Nach- und Ummeldungen noch am Sonnabend (14 bis 20 Uhr) und Sonntag (7.30 bis 9 Uhr) in der Messehalle 1 vorgenommen werden. Das voraussichtlich gute Herbstwetter könnte noch für zahlreiche spontane Nachmeldungen sorgen.

Marathon im Team laufen

Neu hinzugekommen ist der sogenannte Team-Marathon, der ab diesem Jahr den Staffellauf ersetzt. Vier Läufer gehen dabei gemeinsam an den Start und können auch zusammen ins Ziel einlaufen. „Jeder der vier läuft somit 550 Meter mehr als ein Zehn-Kilometer-Läufer“, sagt Eger, so dass man insgesamt als Gruppe auf die anvisierten 42,195 Kilometer kommt. „Letztes Jahr hatten wir beim Staffellauf oft das Szenario, dass die Mitläufer, als der Schlussmann ins Ziel kam, über den Zaun gehüpft sind und mit ihm reingelaufen sind“, erinnert sich Eger. Das gemeinsame Laufen sei jetzt von Anfang an möglich. „Wir erfassen jede Einzelzeit, die addierte Gesamtzeit entscheidet über die Platzierung.“

Doch auch für Läufer, die weder einen Halbmarathon noch Marathon laufen möchten, werden Strecken angeboten. Ein Zehn-Kilometer-Lauf, Mini-Marathon (4,2 Kilometer) sowie, für die kleinen Sportler, der Elbe-Biber-Kinderlauf komplettieren die verschiedenen Streckenlängen. Auch Nordic-Walker sind zugelassen.

Ein Blick auf das Starterfeld zeigt, dass auch ausländische Teilnehmer, zum Beispiel aus Dänemark oder Großbritannien, an den Start gehen werden. Ob sich einer besonders hervortut? „Das weiß ich gar nicht. Zumindest hat bisher keiner meine Aufmerksamkeit erregt“, sagt Eger, „uns geht es auch viel mehr darum, dass wir ein Volkslauf sind und bleiben. Wir werden keinen Starter bezahlen, wie es bei anderen Läufen der Fall ist, damit der bei uns antritt.“