New York (dpa) - Die sehr erfolgreiche Eishockey-Karriere von Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg wird voraussichtlich bald und ohne einen weiteren NHL-Einsatz zu Ende gehen.

"Wahrscheinlich ist es vorbei. In den nächsten ein, zwei Monaten werde ich, schätze ich mal, verkünden, dass Schluss ist", sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. 17 Monate nach seinem bislang letzten Pflichtspiel wolle er sich vor einer endgültigen Entscheidung noch einmal mit seiner Familie beraten.

928 Spiele hat der Verteidiger in der NHL absolviert, seinen größten Erfolg feierte er 2011 als Meister der stärksten Eishockey-Liga der Welt mit den Boston Bruins. Sein letzter NHL-Einsatz datiert allerdings aus der Saison 2017/18.

Schon in der vergangenen Saison war der Bruder von Olympia-Silbergewinner Yannic Seidenberg bei den New York Islanders nicht mehr gefragt. Momentan ist er ohne einen Vertrag. "Es wäre natürlich schön gewesen, letztes Jahr noch mal zu spielen. Aber es hat nicht sollen sein", sagte der Verteidiger.

Sein letztes Pflichtspiel bestritt der NHL-Routinier am 15. Mai 2018 bei der Weltmeisterschaft in Dänemark. Unter dem früheren Bundestrainer Marco Sturm hatte Seidenberg im Nationalteam eine Schlüsselrolle gespielt; bei der Heim-WM 2017 war er zum besten Verteidiger gekürt worden. Nun könnte die sportliche Laufbahn, die einst in Schwenningen ihren Anfang nahm, ein ungewöhnliches Ende nehmen.

"Im Moment sieht es so aus, dass Schluss ist. Mir den Abschied anders vorzustellen - keine Ahnung, wie es sonst sein sollte. So ist es einfach. Damit wäre ich zufrieden", sagte Seidenberg. Ein Wechsel zum Club seines Bruders, dem EHC Red Bull München, in die Deutsche Eishockey Liga scheint wenig wahrscheinlich. "Das wäre immer eine Option. Aber das wäre natürlich eine Riesenumstellung für die Familie", sagte Seidenberg. Konkrete Zukunftspläne für ein Leben nach der Eishockey-Karriere hat der Abwehrspieler, der sich mit seiner Familie in New York wohlfühlt, noch nicht.

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