Halle. Einer überschwänglichen Freude wollte sich Andreas Bredau nicht hingeben, dazu ist der gebürtige Burger lange genug im Bob-Geschäft, dazu nahm er zu regelmäßig am Weltcup teil. Aber nach dem Auf und Ab vor Olympia in Vancouver, als er zunächst nur als Ersatzmann eingetaktet war und dann vom verletzungsbedingten Ausfall René Hoppes profitierte, gleichen die Ergebnisse in den Vorkämpfen zum Weltcup doch einer Genugtuung.

Der 26-jährige Anschieber steht im A-Kader des deutschen Bob- und Schlittenverbandes. Morgen bricht Bredaus Flieger zur Nordamerika-Tour auf. In Whistler, auf der Olympiabahn dieses Jahres, startet er mit dem Piloten Manuel Machata beim Weltcup-Auftakt in zwei Wochen sowohl im Zweier- als auch im Viererbob.

Bredau, der in Halle lebt, hatte sich nicht nur beim Anschieber-Test am ersten Oktober-Wochenende in Oberhof gegen 38 Konkurrenten durchgesetzt. Er gewann mit Machata auch alle Selektionsrennen. Nach dem Rücktritt des viermaligen Olym-piasiegers André Lange und dem verletzungsbedingten Ausfall des Riesaer Thomas Florschütz (Rückenprobleme/er startet voraussichtlich im Januar wieder durch) bricht im deutschen Lager eine neue Ära an. Allerdings sollen der 26-jährige Machata, der seit dieser Saison wie Bredau für den SC Potsdam startet, und auch der 23-jährige Maximilian Arndt (Oberhof) vor allem internationale Erfahrung auf den für sie unbekannten Bahnen sammeln.

"Wir werden versuchen, gut durchzukommen", sagt Andreas Bredau. "Wir schauen nicht nach links und nicht nach rechts, sondern konzentrieren uns nur auf unsere Leistung." Mit dieser Einstellung hatte das Team den Sprung in den Weltcup geschafft. Und für Christoph Langen, den Bundestrainer, sind Arndt und Machata "jetzt schon Weltklasse-Athleten. Sie sind heiß und wollen zeigen, dass sie international vorne dabei sein können." Als dritter Pilot geht Karl Angerer (WSV Königssee) an den Start. Von ihm erwarten die Verantwortlichen vordere Platzierungen.

Bredau hatte in der Vorbereitung auf die Saison eigentlich nicht viel geändert, er hat sie nur lange und intensiv betrieben. "Ich hatte mein Training stets mit Christoph Langen abgestimmt." Die Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer hat funktioniert. Jetzt ist die Leistung des Bobs gefragt, will er sich für die Weltmeisterschaft in Königssee im Februar qualifizieren. "Es kommt darauf an, dass Manuel so schnell wie möglich die Bahn kennenlernt", weiß Bredau.

Nach Whistler (26. bis 28. November) folgen die Rennen in Calgary (3. bis 5. Dezember), Park City (10. bis 12. Dezember) und Lake Placid (17. bis 19. Dezember). Bei den Frauen gehen die BDS-Mannschaften um Sandra Kiriasis (Winterberg), Cathleen Martini (Oberbärenburg) und Debütantin Stefanie Szczurek (Oberhof) an den Start.