Chemnitz/Magdeburg. Olympiasieger Mathias Steiner, der stärkste Mann der Welt, ist in Chemnitz zum zweiten Mal deutscher Gewichthebermeister geworden. Der gebürtige Österreicher beschloss mit 415 Kilo im Zweikampf das Jahr zufriedenstellend und sagte: "400 Kilo waren geplant, 415 sind es geworden. Mit relativ bescheidenen Mitteln eine passable Leistung – das ist okay."

Der Vizeweltmeister, den eine Handverletzung zwei Monate vom Üben abgehalten hatte, kann erst seit gut zwei Wochen wieder spezielle Gewichtheber-Bewegungsabläufe trainieren.

Nun will der 146-Kilo-Athlet bis zum Jahresende nur noch einige wenige Sponsorentermine wahrnehmen. In den kommenden Tagen ist zudem eine Reise an den Ort der Olympischen Spiele 2012, nach London, vorgesehen. "Ab Januar gilt dann meine gesamte Konzentration dem Gewichtheben", versicherte Steiner. "Für mich geht es im nächsten Jahr um die WM, und dann kommt Olympia. Das zählt."

Von den fünf Vertretern des SSV 1884 Samswegen konnte bei den Erwachsenen zwar nur Judy Witzel mit dreimal Silber in die Medaillenränge vorstoßen, doch der Sportliche Leiter des Bundesliga-Teams, Wolfgang Weber, war nicht unzufrieden: "Keiner unserer Starter hat enttäuscht. Wir müssen uns in Deutschland keinesfalls verstecken. Bemerkenswert ist aber, dass die Starterfelder in den unteren und oberen Gewichtsklassen immer dünner werden."

Judy Witzel konnte zwar der WM-Teilnehmerin vom AC Chemnitz, Kathleen Schöppe, nicht deren Gold streitig machen. Mit 74 kg im Reißen, 93 kg im Stoßen und 167 kg im Zweikampf war ihr zweiter Platz aber nie in Gefahr. Einen deutschen Meistertitel, allerdings bei den Junioren, gab es für den Samsweger Florian Altmann. Der 20-Jährige gewann mit 170 kg das Stoßen im Limit bis 94 kg Körpergewicht, wurde Dritter mit 127 kg im Reißen und holte mit 297 kg Zweikampf-Silber.

Knapp an einer Medaille schrammte im Superschwergewicht Stefan Bruse vorbei. Der Samsweger wurde mit 311 kg im Zweikampf (141/170) jeweils Vierter in seiner Gewichtsklasse.

Fünfter (– 69 kg) mit 250 kg (110/140) wurde Nico Krüger. In der sehr stark besetzten 85-Kilo-Gewichtsklasse kam Steve Wohl mit 265 kg (120/145) auf Rang zehn.

Der in der Bundesliga für Samswegen startende Markus Krümmer gewann für Chemnitz die Gewichtsklasse bis 94 kg. Dritter im Limit bis 77 kg wurde der ebenfalls zum Samsweger Bundesliga-Sextett gehörende Dresdner Martin Herberg.