Oschersleben l Beim Blick am Sonntag aus dem Hotelfenster wird Dominik Baumann mit der Sonne gestrahlt haben. Sie versprach eine trockene Strecke, eine gute Sicht - und vor allem versprach sie Tempo. Darauf hatte der 20-Jährige am Tag zuvor nach der Regenschlacht beim Auftakt zum ADAC GT Masters in der "etropolis Motorsport Arena" in Oschersleben so sehr gehofft. "Ich bin mit dem Auto noch nie bei Regen gefahren", berichtete er nach Platz acht, den er zusammen mit Claudia Hürtgen im BMW Z 4 erreichte. Am Sonntag lief es noch besser für das Pixum-Team Schubert auf dem heimischen Kurs: Rang sieben. Insgesamt fuhr das Duo damit zehn Meisterschaftspunkte ein.

Teamchef Torsten Schubert resümierte nach den beiden Saisonläufen vor 14 500 Zuschauern: "Man muss zufrieden sein, aber es ist noch Luft nach oben." Auch für das zweite Piloten-Team. Das hatte sich Jörg Müller, der 43-jährige Debütant der Serie, völlig anders vorgestellt. Am Sonnabend saß er kurz nach Rennende frisch geduscht in der Schubert-Lounge. Sein Einsatz war nicht nötig geworden, weil Partner Max Sandritter bereits in der ersten Runde einen Schlag gegen das Vorderrad bekommen hatte, weshalb er mit gebrochener Radaufhängung nicht weiterfahren konnte. Aufbauarbeit für den folgenden Tag musste Teamchef Schubert nicht für den 24-Jährigen leisten. "Max ist körperlich fit und hat\'s geistig vergessen", sagte der 49-Jährige in Richtung Sandritter. Der Pilot bestätigte: "Morgen fahren wir wieder volle Attacke." Mit dem Z4, der bis in die Nacht zum Sonntag hinein repariert werden musste.

Eine Attacke endete für SanDritter im zweiten Lauf in einer Drehung, die ihm letztlich eine bessere Platzierung kostete. Ausgerechnet mit dem Sieger vom Samstag, Christopher Mies aus dem Team Prosperia Abt Racing mit René Rast, traf er unglücklich zusammen, was für Mies im Audi R8 das Aus bedeutete und was wohl den Stargästen in der Teambox, Model Gina-Lisa Lohfink und SCM-Ruderer Marcel Hacker, die Stimmung verregnete. Zumindest bedeutete Platz zehn für Müller/Sandritter den ersten Punkt in der Meisterschaftswertung. Teamchef Schubert wusste allerdings: "Hier wäre mehr drin gewesen." Der Sieg im zweiten Lauf ging an Daniel Kellwitz und Diego Alessi (Callaway Competition) in der Corvette Z 06 R. Baumann und Hürtgen verbesserten sich von Startposition acht auf sieben.

In 14 Tagen geht es in Spa (Belgien) weiter. "Das ist eine Strecke, die uns gut liegt", sagte Schubert - aufgrund der schnellen Kurven. Darin ist der Z4 stark. Und Baumann ist dann das Wetter egal: "Ich habe die Taufe überstanden, jetzt kann es regen, wann und wo es will."