München (dpa). Deutschlands Eishockey-Team setzt seinen Höhenflug ungebremst fort, verliert aber in Bundestrainer Uwe Krupp den Macher des WM-Märchens 2010. Zur kommenden Saison steigt der NHL-Veteran bei seinem kriselnden Ex-Club Kölner Haie als Teammanager ein. "Ich werde meinen Vertrag beim DEB bis Saisonende zu 100 Prozent erfüllen. Danach freue ich mich auf die neue Herausforderung in Köln", teilte Krupp nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gestern mit. Nach dem jüngsten Coup mit der Titelverteidigung beim Deutschland-Cup am Sonntag-abend hatte Krupp in den Katakomben der Münchner Olympiahalle noch eisern zu seiner Zukunft geschwiegen.

Seine Auswahl ließ indes auf dem Eis nach dem magischen Mai mit WM-Platz vier den goldenen Herbst folgen: Krupps junges Team setzte sich im letzten Duell des Traditionsturniers gegen den Erzrivalen Schweiz mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) durch und feierte zugleich einen gelungenen Einstand in die Vorbereitung auf die WM 2011 in der Slowakei. Nach einem Rückstand bewies das DEB-Team Moral und drehte die Partie. Simon Danner (39.) und Daniel Pietta (46.) erzielten die Tore für die verletzungsbedingt dezimierte Auswahl, vergoldeten damit ein märchenhaftes Jahr mit dem vierten Cup-Sieg bei der 21. Auflage des Wettbewerbs. Vor 6 500 frenetisch jubelnden Fans in der Münchner Olympiahalle wuchsen von Beginn an vor allem die beiden Torhüter Dennis Endras und Daniel Manzato über sich hinaus.

Krupp selbst hatte bereits im Vorfeld des Wettbewerbs seinen Wunsch geäußert, seinem Heimatclub helfen zu wollen. Von 1982 bis 1986 hatte der inzwischen 45-Jährige für den aktuellen Tabellenletzten der DEL gespielt, ehe er sein Glück in der NHL fand. "Er wird zum 1. Juni 2011 Sportchef bei uns", verkündete Haie-Sprecher Philipp Walter nach der gestrigen Sitzung. Niklas Sundblad und Petri Petri Liimatainen bleiben zumindest offiziell die Kölner Cheftrainer. Krupp soll künftig ein sportliches Konzept erstellen und den Profi-Kader zusammenstellen.

Der von den Haien angestrebte sofortige Wechsel scheiterte am Veto des DEB, der auf eine Erfüllung von Krupps Vertrag bis zur WM in der Slowakei im kommenden Mai pochte. "Selbstverständlich respektieren wir Uwe Krupps Engagement für die Nationalmannschaft", sagte Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin. "Eine Doppelfunktion ist nicht vorgesehen", hatte Reindl an den drei Tagen des Deutschland-Cups immer wieder verkündet.

In München beeindruckte die personell angeschlagene deutsche Auswahl wieder einmal und ließ auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen. Verantwortlich dafür ist Krupp, der in fünf Jahren ein Team geformt und Nachwuchsspieler aufgebaut hat, die im Mai mit Platz vier bei der Heim-WM und nun auch beim Cup-Gewinn eine Leistungsexplosion zeigten.

Wer im Mai Krupps Nachfolger wird, ist noch unklar. Der DEB will sich mit der Suche nach einem Nachfolger Zeit lassen. "Da ist keine Eile geboten", erklärte Reindl, der sich nicht zu möglichen Nachfolgern wie dem aktuellen Krupp-Assistenten Harold Kreis äußern wollte.n