Volksstimme: Was war in der ersten Hälfte mit Ihrem Team bloß los?

Alfred Gislason: Wenn ich das wüsste! Wir haben in der Deckung katastrophal gespielt und vorn zu wenig Druck gemacht. In der zweiten Hälfte standen wir dann hinten besser, und auch im Angriff haben wir zugelegt. Dennoch, ich weiß nicht, wann zum letzten Mal ein von mir betreutes Team sechs Siebenmeter verschossen hat.

Volksstimme: Sie sollen in der Pause in der Kabine ziemlich laut geworden sein. Was hatten Sie ihrem Team vorzuwerfen?

Gislason: Was ich da gesagt habe, behalte ich lieber für mich.

Volksstimme: Hatte insbesondere die schwache erste Halbzeit auch etwas mit der Gegenwehr des SCM zu tun?

Gislason: Natürlich. Die haben ihre Angriffe lange ausgespielt und dabei auch noch sehr schlau agiert.

Volksstimme: Wo sehen Sie denn den SCM in der Liga?

Gislason: Mir ist aufgefallen, dass die Magdeburger gegen starke Teams Super-Leistungen bringen und sogar gewinnen, gegen leichtere Gegner hingegen schwächeln sie.

Volksstimme: Welche Beziehungen haben Sie heute überhaupt noch zum SCM?

Gislason: Ich war fast sieben Jahre Trainer bei diesem Verein. Für mich ist jedes Spiel gegen den SCM immer noch etwas Besonderes. Ich hänge immer noch ein bisschen an diesem Klub und habe noch viele Freunde in Magdeburg. (rb)