Magdeburg. André Willms hatte das Positive betont, wenngleich die deutschen Ruderer bei den Weltmeisterschaften in Neuseeland "die Zielstellung nicht ganz erreicht haben", sagte der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger gestern beim Empfang der heimischen Athleten in Magdeburg. "Immerhin konnten wir als SCM drei Ruderer abstellen, zwei davon in Bootsklassen besetzen, das ist eine Zahl, die zufriedenstellen kann."

Mathias Rocher, Vierter im Doppelvierer, hatte entschuldigt gefehlt, Marco Neumann und René Bertram (Achter im Vierer ohne) erhielten wie auch Heimcoach Roland Oesemann Blumen zum Dank. "Es ist viel Schweiß geflossen in diesem Jahr", so Willms, "dabei war die Vorbereitung alles andere als einfach" – und die WM außerdem.

Für Neumann wird es voraussichtlich eine neue Zukunft geben. Sein Trainer Klaus Ritter (Halle) hatte ihn und Zweier-Partner Philipp Naruhn bereits bei der WM-Vorbereitung in Sacramento erklärt, dass diese Teamkonstellation künftig wohl keinen Sinn mehr machen wird. Über eine Serie hinweg "hatte einfach die Konstanz gefehlt". Sein Ziel ist der Einstieg in einen Vierer. Zwei, drei Wochen Pause hat Neumann nun, dann beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison – und der Angriff auf Olympia 2012 in London.

Auch für René Bertram. In welchem Boot er in der neuen Saison Platz nehmen wird, ist auch ungewiss. Er schließt nicht aus, vom Riemen zu den Skullern zurückzukehren. Derzeit favorisiert der 29-Jährige den Zweier mit Florian Eichner.

Bertram zog gestern ein kritisches WM-Fazit. Den Bruch des Steuerschuhs, der sein Team im Vorlauf ereilt hatte, konnte niemand beeinflussen. Dass es erneut zu einem Bootswechsel im Vergleich zum Trainingslager kam, konnte das Team nicht ändern. Bertram hat zudem sein Handy verloren. Aber dass der Weltverband am Freitag, als Bertram den B-Endlauf bestritt und Rocher Vierter im A-Finale wurde, die Rennen aufgrund der unterschiedlichen widrigen Bedingungen auf dem Wasser nicht abgesagt oder das Starterfeld anders sortiert hatte – das hat ihn gewurmt. Sportlich machte er sich keinen Vorwurf. Nach Rang drei im Hoffnungslauf "konnten wir nicht sagen, was wir falsch gemacht haben. Es hat einfach das Ergebnis nicht gestimmt."