Leipzig (dpa). Am Ende wurden die deutschen Handballer vom Publikum in Göppingen gefeiert wie Helden. Doch bei Bundestrainer Heiner Brand und seinen Spielern überwog nach dem glücklichen 26:26 am Mittwochabend zum Auftakt der EM-Ausscheidung gegen Österreich eher Erleichterung als Freude.

"Wir sind in diesem Spiel an unsere Grenzen gestoßen. Mit dem glücklichen Unentschieden haben wir alles offengehalten", bekannte Brand nach dem ersten von sechs Spielen in der Qualifikations-Gruppe 5.

Schon am Sonntag (13.00 Uhr) steht die DHB-Auswahl vor der nächsten Herausforderung: Der WM-Fünfte muss beim unbekannten Außenseiter Lettland in Dobele antreten. Und die Länderspiel-Premiere gegen die Balten soll nicht mit einer bösen Überraschung enden. "Nach so einem Unentschieden zu Hause gegen Österreich den nächsten Gegner Lettland als Trainingspartner zu bezeichnen, wäre ganz schön abgehoben", sagte Rechtsaußen Dominik Klein.

Der Kieler mahnte nicht umsonst. Die Letten um den Hannoveraner Bundesliga-Spieler Aivis Jurdzs hatten den Olympia-Zweiten Island in Reykjavik in Bedrängnis gebracht und bis zur 56. Minute mit einem Tor geführt. Erst ein starker Schlussspurt des EM-Dritten, bei dem Olafur Stefansson (Rhein-Neckar Löwen) sein 300. Länderspiel bestritt und mit sechs Treffern bester Werfer war, sicherte dem Gastgeber einen 28:26-Erfolg.

Brand aber will sich nicht Bange machen lassen und trotz der dünnen Personaldecke auch den zuletzt starken Kieler Christian Zeitz nicht zurückholen: "Er hat seinen Rücktritt erklärt. Das wird auch so bleiben. Jedenfalls so lange ich Bundestrainer bin."