Sternstunden in der Bundesliga, vom Himmel geholt im DFB-Pokal: Vor dem Liga-Hit am Sonntag haben Spitzenreiter FSV Mainz 05 und Verfolger Borussia Dortmund schmerzhafte Bauchlandungen erlebt.

Düsseldorf (dpa). "Es ist eine ganz bittere Erfahrung. Mal se-hen, wie wir damit umgehen", rätselte der niedergeschlagene Jürgen Klopp nach dem Zweitrunden-K.o. bei Kickers Offenbach (2:4 im Elfmeterschießen). Auch sein Mainzer Trainer-Kollege Thomas Tuchel war nach der 1:2-Pleite bei Alemannia Aachen restlos bedient: "Niederlagen fühlen sich nie gut an. Wir wollten es mit aller Macht erzwingen."

Bei den beiden derzeit besten Fußballclubs Deutschlands sorgt das Ausscheiden vor dem "Gipfeltreffen" für Verunsicherung. "Ich bin nicht froh, dass das nächste Highlight schon am Sonntag ansteht", bekannte Klopp vor dem Duell in Mainz. "Das Spiel hätte ich mir etwas später gewünscht." Dagegen wollte Tuchel keinen Zweifel aufkommen lassen, dass das Aus beim Zweitligisten am Tivoli ein Ausrutscher ohne Folgen sein wird: "Wir müssen gegen den BVB 90 Minuten eine Topleistung abrufen. Ich sehe kein Problem, dass das gelingt."

Mainz-Präsident Harald Strunz hält das Aus in Aachen sogar für einen Vorteil. "Es ist eine heilsame Niederlage und bedeutet für das Spiel gegen den BVB nichts, gar nichts", sagte er. Auch BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin wollte die verlorene Pokal-Partie beim Drittliga-Club in Offenbach nicht als folgenschweren Beinbruch einstufen. "Wir wussten, dass ein Rückschlag kommen würde", meinte er. "Vom Ergebnis her ist er da, fußballerisch nicht."

Endstation war der Mittwoch-Spieltag der zweiten Pokal-Runde auch für die Liga-Schwergewichte Bayer Leverkusen und HSV. Damit reduzierte sich die Zahl der Erstligisten im Achtelfinale auf zehn. "Wir haben unser bestes Spiel seit langem gemacht", urteilte Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes trotz des verlorenen Elfmeter-Krimis (5:6) bei Borussia Mönchengladbach. Unglücksrabe war Nationalstürmer Patrick Helmes, der in der regulären Spielzeit einen Strafstoß verschoss und im Elfmeterschießen an Borussia-Torwart Christofer Heimeroth scheiterte.

Keine Entschuldigung gab es beim HSV nach dem "2:5-Debakel in Frankfurt. "Wir sind aufgetreten, als wäre es ein Freundschaftsspiel", schimpfte Kapitän Heiko Westermann über den Larifari-Fußball der Hanseaten. Eintracht-Trainer Michael Skibbe sieht sein Team nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage nun auf Augenhöhe mit dem Rest der Liga: "Wir haben gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können."

Dies kann man vom VfB Stuttgart nach dem 3:1 nach Verlängerung beim Chemnitzer FC nicht behaupten. Der Underdog führte bis zur 73. Minute sogar 1:0 – bevor Martin Harnik (76.) kam: Mit drei Toren sorgte der Österreicher allein für das Weiterkommen. Es war erstaunlich, was die Gastgeber ablieferten: Von Beginn an überzeugte die Mannschaft von Trainer-Fuchs Gerd Schädlich durch Spielfreude und Zweikampfstärke. "Wir haben uns gut verkauft, waren aber in der ersten Halbzeit im Spiel nach vorn zu ängstlich", analysierte Schädlich.