Calgary/Magdeburg. Die Kälte, das harte Eis, die hohe Geschwindigkeit: "Die Bedingungen waren wirklich sehr schwierig", berichtet Andreas Bredau. Sie waren darauf eingestellt, der Anschieber und sein Bob-Pilot Manuel Machata (beide SC Potsdam). Vor vier Jahren haben sie ebenfalls im Zweier bereits ein Europacup-Rennen in St. Moritz gewonnen, am vergangenen Freitagmorgen rauschte das Team als schnellstes durch den Eiskanal von Whistler (Kanada), der Olympiabahn dieses Jahres.

Diesmal war es Machatas Debüt im Weltcup und zugleich die Premiere für diese Besetzung. "Wir haben uns wahnsinnig über den Sieg gefreut, das werden wir wohl beide niemals vergessen", erklärt der gebürtige Burger Bredau.

Whistler hat nicht zuletzt durch den Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili bei Olympia traurige Bekanntheit erlangt. Whistler ist vor allem berüchtigt für die überaus hohe Geschwindigkeit, die die Protagonisten eines Wettbewerbs in der Eisrinne aufnehmen – und die zu vielen Stürzen führt. Auf 151 km/h kamen Machata und Bredau bereits in den Trainingsläufen. "Manuel hat dennoch solide Fahrten runtergebracht und sich genau seine Linie eingeprägt", erklärt der 26-Jährige. "Diese hat er dann in zwei eindrucksvollen Fahrten abgerufen. Alles in allem hat am Renntag alles funktioniert."

Denn auch mit den Startzeiten waren beide Athleten und Bundestrainer Christoph Langen zufrieden. Schon vom Anschub weg drängte sich der Bob in die Weltspitze. Dabei konnte das Team ganz ohne Druck seine Premiere angehen, allerdings: "Druck macht man sich immer selber", erklärt Bredau. "Manuel hatte bisher nie die Chance, sich im Weltcup zu beweisen. Jetzt hat er sie bekommen und hat bewiesen, was er und sein Team können." In der Nacht zum Sonntag fuhr Machata mit dem Viererbob, in dem Bredau außerdem sitzt, auf Rang drei.

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es ja immer. "Es sind die Kleinigkeiten, aber diese summieren sich und können am Ende ein paar Zehntel ausmachen", weiß Bredau. Allerdings müssen sie auch vieles richtig gemacht haben, denn "man könnte keinen besseren Einstand haben, als am Ende ganz oben auf dem Podium zu stehen". Für Bredau selbst hat sich die lange Vorbereitungszeit in jedem Fall gelohnt. "Die Aufgaben an einem Tag sind so vielfältig, da muss man eine gewisse Grundstärke besitzen, um am Ende der Woche im Wettkampf seine volle Leistung abrufen zu können." Diese Stärke hat Bredau gewonnen.

Inzwischen sind Machata und Bredau mit ihrem Schlitten in Calgary angekommen, dort geht es für sie am 4. und 5. Dezember erneut um Weltcup-Punkte. Dass sie sich auf sich und ihr Material verlassen können, hat Whistler bereits eindrucksvoll gezeigt. Calgary ist allerdings anders, anspruchsloser nämlich. "Man darf sich keine Fehler erlauben", erklärt Bredau. Acht Trainingsläufe lang kann Machata an seiner Ideallinie basteln.