Moskau l "Momentan überwiegt die Trauer, die Medaille nicht gewonnen zu haben", räumt Martin Wierig unmittelbar nach dem Diskuswurf-Finale bei der Leichtathletik-WM in Moskau ein. "Morgen wird das vielleicht anders sein und ich kann mich über den vierten Platz freuen." Auf 65,02 Meter flog der Diskus beim weitesten Wurf des Magdeburgers -- für 65,19 Meter gab es Bronze.

Er war der letzte im Feld der zwölf Finalisten an diesem russischen Abend im Moskauer Olympiastadion. "Man kann immer noch mal nachlegen, wenn man in die Bredouille kommt. Dafür ist die Zeit am längsten zwischen Einwerfen und Wettkampf", kommentierte er die Ausgangslage. Entscheidend für den Wettkampf war sie nicht.

Da schon eher sein erster Versuch. "Der war sehr gut, aber leider einen halben Meter außerhalb des Sektors." Auf 66 Meter schätzt er die Weite. Das wäre ein Einstieg nach Maß gewesen. Wäre. "Dann verläuft so ein Wettkampf ganz anders." So war die erste messbare Weite die des zweiten Versuches: 63,72 m, womit er sich auf Platz sechs ins Klassement einreihte. Ein Sicherheitswurf, um den Endkampf der besten acht nicht zu gefährden.

Das gelang, aber so richtig in den Wettkampf fand er nicht. "Es läuft nicht rund", klagte er nach dem dritten Durchgang. Die Würfe Nummer drei und fünf segelten auch ins Aus. "Links raus, das sind meine besten Würfe, heute leider zu weit raus." Der beste Versuch mit Landung innerhalb des Sektors gelang ihm im vierten Anlauf. Mit 65,02 m schob er sich auf Platz vier vor. 17 Zentimeter fehlten zum Sprung auf das Treppchen. Dabei blieb es, der letzte Wurf ging auf 63,42 Meter.