Halberstadt l Vor etwa 16 Jahren begann die Fußballkarriere von Rico Steinhauer, Neuzugang beim Regionalligisten VfB Germania Halberstadt: in Grabow, einem kleinen Dorf, rund 15 Kilometer von Wittstock entfernt. "Das kennt kein Mensch", unterstreicht der 20-Jährige die eher unscheinbare Rolle seines Herkunftsortes.

Zunächst musste er ins Tor, seine älteren Mitspieler wollten die Treffer erzielen. Später beim FK Hansa Wittstock "stieg er auf", wurde zum Feldspieler. Bis zur D-Jugend war er dort aktiv, dann sollte ein Sichtungsturnier den weiteren Weg im Leben bestimmen. Etwa 500 junge Fußballer kamen zur ersten Runde nach Kyritz, deutlich weniger waren es bereits bei der zweiten in Perleberg. Die entscheidende dritte Runde - der junge Rico Steinhauer war noch immer dabei - fand schließlich in Cottbus statt. Das Talent ergatterte schließlich einen der 24 begehrten Plätze für die Sportschule in Cottbus. Hier ging es tagtäglich ums runde Leder, anfangs jedoch noch mit gewissen "Freiheiten". "Am Wochenende ging es nach Hause", beschreibt der heutige Verteidiger den langsamen Einstieg in den semiprofessionellen Bereich.

Von 2006 an war er auch an den Wochenenden im Wettkampfgeschehen des FC Energie involviert. Sechs Jahre später folgte nun ein weiterer großer Schritt in der Sportkarriere des Abwehrspielers. Die Gründe für seinen Wechsel in den Vorharz beschreibt er so: "Mein Vertrag ist ausgelaufen und meiner Meinung nach gab es für mich nicht mehr die erwünschte Perspektive." Auch der Abstieg der Bundesliga-Reserve aus der Regionalliga war für ihn entscheidend: "Ich wollte schon vierte Liga, nicht Oberliga spielen."

Dass es Germania wurde, entschied mehr oder weniger der "Familienrat". "Ich war mit meinen Eltern vorm Saisonauftakt in Halberstadt. Zuhause haben wir schließlich gemeinsam entschieden: Der Wechsel ist der richtige Schritt."

Beim VfB Germania bekam er einen Einjahresvertrag plus Option. Nicht alle seine neuen Teamkollegen waren ihm völlig fremd, mit Frederic Schütze spielte er bereits gemeinsam in der B-Jugend von Energie Cottbus. Und die, die anfangs fremd waren, taten alles für eine schnelle Integration: "Ich wurde vom ersten Tag an eingebunden. Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein."