Magdeburg l Feuer unterm Dach beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg: Nach der 1:3-Pleite bei Union Berlin II ist Trainer Andreas Petersen erstmals in dieser Saison mit seiner Mannschaft hart ins Gericht gegangen.

Bislang hatte sich der Andreas Petersen stets hinter sein Team gestellt und Streicheleinheiten verteilt. Das ist seit Sonntag anders. Neben der Kritik an der Defensivarbeit, die der FCM-Cheftrainer in der ersten Halbzeit als desaströs bezeichnete, hatte ihn das viel zu passive Auftreten seiner Schützlinge im Jahnsportpark mächtig gewurmt. Zudem vermisst er Spieler, die die anderen mitreißen und so auch mal eine Partie noch umbiegen können.

"Wir haben eine \'liebe#, sympathische Mannschaft, die aber den Kopf nicht nach oben nimmt. Wir brauchen jedoch selbstbewusste, abgebrühte Typen. Die müssen sich bei uns erst noch herauskristallisieren", erläuterte der Trainer. Ex-Kapitän Marco Kurth war so ein "Typ", der den Mund aufmachte, doch den hat Petersen bekanntlich suspendiert. Kurths Nachfolger Marius Sowislo ist eher kein "Lautsprecher" und Neuzugang Steffen Puttkammer, der sportlich die Rolle von Kurth übernehmen soll, bislang nicht die erhoffte Verstärkung.

Was Petersen besonders zu denken gab, war die schwache Abwehrleistung im ersten Abschnitt, in der die Innenverteidigung mit Christopher Handke und Kevin Nennhuber den Gegner regelrecht zu Toren eingeladen habe. Gerade hinten sah sich der Club deutlich besser aufgestellt als in der vergangenen Saison und hatte das auch schon unter Beweis gestellt. Im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus (0:1) meldete Handke immerhun Torjäger Boubacar Sanogo ab.

Bereits unmittelbar nach der 1:3-Niederlage im Jahnsportpark kündigte Petersen nun Konsequenzen an: "Das war kein Spiel, wo man sagt: Augen zu und durch. Nein, wir werden einiges verändern, wollen und müssen uns im nächsten Heimspiel gegen Jena anders darstellen."

Versöhnlich stimmte Petersen die Vorstellung seiner Elf in der zweiten Halbzeit, als die Magdeburger endlich mehr Präsenz zeigten und sich eine Reihe guter Möglichkeiten erarbeiteten. "Wenn zum Beispiel Christian Beck kurz nach der Pause das 1:3 macht, wird es vielleicht noch einmal spannend", so Petersen. Selbst Unions Trainer Robert Jaspert räumte ein: "Ich war mir nie sicher, dass wir das Spiel wirklich siegreich beenden."

Dennoch hat diese Niederlage Spuren hinterlassen. Besonders bei Torhüter Matthias Tischer, der bei allen drei Gegentoren machtlos war. "Keine Frage, der Druck wird wieder größer. Vor allem die erste Halbzeit gibt einem zu denken. Wir haben erst in der zweiten Hälfte das gezeigt, was wir können, aber nur gute 45 Minuten reichen in der Regionalliga bei weitem nicht aus." Der eingewechselte Lars Fuchs, der einige gute Szenen hatte, ergänzte: "Beim 3:0 war das Ding quasi durch. Es gibt so Tage, da läuft wenig zusammen und der Gegner nutzt diese individuellen Abwehrfehler gnadenlos aus. Nach der Pause haben wir uns zusammengerissen. Aber nur, wenn wir ein frühes Tor gemacht hätten, wäre noch etwas möglich gewesen."

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der FCM leistet sich immer wieder Aussetzer (bei der 1:3-Niederlage beim Berliner AK war es ein Doppelschlag in der zweiten Halbzeit), die es gilt, so schnell wie möglich abzustellen. Und der Ton ist nach der dritten Niederlage im vierten Pflichtspiel rauher geworden.