Sportmotorik-Test

Das wird den Drittklässlern künftig beim Test abverlangt:

1. 20-Meter-Sprint

2. Standweitsprung

3. Sechs-Minuten-Lauf

4. Rumpfheben

5. Medizinballstoßen

6. "Sternlauf"

Magdeburg l Schule, Sport, Ministerien und Verein - das war in Sachsen-Anhalt bezüglich der Talentesichtung und -förderung in den vergangenen Jahren mehr ein Neben- oder gar Gegeneinander als ein Miteinander. Doch nicht zuletzt die magere Olympia-Bilanz in London, wo Sachsen-Anhalt mit einer Bronzemedaille das schlechteste Ergebnis aller Zeiten aufwies, ließ nur einen Schluss zu: Es muss was passieren. Und so setzten sich alle Beteiligten an einen Tisch zusammen.

Ein Jahr später, nachdem man "gemeinsam, konstruktiv, offen, ziel- und zukunftsorientiert" um eine Lösung der Probleme gerungen hat, wie alle Seiten am Dienstag betonten, gibt es ein Resultat: Das Ministerium für Inneres und Sport, das Kultusministerium, der Landessportbund (LSB) sowie der Deutsche Sportlehrerverband unterzeichneten eine gemeinsame Vereinbarung. Diese soll die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportorganisationen per "Gesetz" regeln und der Talentefindung- und Förderung "eine neue Qualität verleihen".

Inhaltlicher Schwerpunkt der Vereinbarung ist ein zunächst anonymisierter sportmotorischer Test, den alle Drittklässler ab dem Schuljahr 2014/15 absolvieren. Dessen Auswertung wird den Eltern der Grundschüler mit dem nächsten Zeugnis zur Kenntnis gegeben. Gleichzeitig erhalten sie eine Eignungsempfehlung sowie Informationen, welche Vereine im betreffenden Wohnumfeld Angebote für die jeweilige Sportart anbieten.

Sportminister Holger Stahlknecht (CDU), der bei der Unterzeichnung in der Sportsekundarschule "Hans Schellheimer" ebenso Flagge zeigte wie Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD), sprach in Bezug auf die gemeinsame Vereinbarung von einem "Riesenfortschritt". Es sei in Papierform eine Grundlage geschaffen worden, jetzt ist es an den Menschen, dies mit hoher Verantwortung in die Tat umzusetzen." Vielleicht, so Stahlknechts Vision, "sind unter den Grundschülern unsere olympischen Sternchen von morgen."

Dorgerloh betonte die Wichtigkeit des Sports als reguläres Unterrichtsfach. Es diene nicht nur dazu, die Lust an Bewegung und einer gesunden Lebensweise zu wecken oder Teamgeist und Fairplay zu vermitteln, "sondern es geht darüber hinaus auch darum, individuelle motorische Fähigkeiten zu entwickeln und Begabung zu erkennen und zu fördern". Um das sicherzustellen, seien "künstliche Hürden" beseitigt worden.

Jens-Uwe Böhm, Vorsitzender des Sportlehrerverbandes Sachsen-Anhalt, freute sich derweil, "endlich etwas Greifbares zu haben, das die Sportlehrer auch zusätzlich motiviert". LSB-Präsident Andreas Silbersack sprach davon, dass mit der Vereinbarung "in der Breite ein großer Brocken in Bewegung gebracht" worden ist.