Borussia Dortmund hat die Gunst der Stunde genutzt und den Vorsprung an der Tabellenspitze in der Fußball Bundesliga ausgebaut. Mit dem sechsten Auswärtssieg in Serie verbuchte der BVB gestern beim 4:0 (1:0) bei Hannover 96 einen weiteren Punkte-Dreier und konnte damit Verfolger FSV Mainz auf vier Zähler distanzieren.

Düsseldorf (dpa). BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wollte vom Titel noch nichts wissen. "Mit 28 Punkten ist noch keiner Meister geworden." Die Treffer für Dortmund erzielten Shinji Kagawa (11.), Lucas Barrios (72.), Robert Lewandowski (81.) und Jakub Blaszczykowski (90.+1.) Nuri Sahin vergab noch einen Foulelfmeter für den BVB (78.). Hannovers Karim Haggui sah zuvor die Rote Karte.

Bayer Leverkusen hat den Sprung auf den dritten Tabellenplatz geschafft. Die Rheinländer bezwangen den 1. FC Kaiserslautern mit 3:1. Nach der Pfälzer Führung durch Florian Dick trafen der Ex-Lauterer Sidney Sam (38./84.) und Patrick Helmes (68.) für Bayer. Mit einem 6:0-Erfolg über Werder Bremen hat der VfB Stuttgart die Abstiegsränge verlassen. Cacau scheiterte zudem mit einem Strafstoß an Tim Wiese (61.). VfB-Keeper Sven Ulreich hielt einen Elfmeter von Torsten Frings (24.).

Titelverteidiger FC Bayern München kommt in der Liga weiter nicht richtig in die Gänge. Die vollmundig angekündigte Aufholjagd des Rekordmeisters wurde mit dem 3:3 bei Borussia Mönchengladbach jäh gestoppt. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer freundet sich schon mit dem Gedanken an, dass die Meisterschale diesmal nicht nach München wandert. "Dann wirds halt eine anderer. So schlimm ist das nicht", sagte der "Kaiser" beim Sportpresseball in Frankfurt.

Trainer Louis van Gaal platze nach der bemerkenswerten Partie im Borussia-Park noch in der Kabine der Kragen. Lautstark stauchte er seine Profis zusammen, weil sie nach überragender erster Hälfte den einen 2:1-Vorsprung am Ende noch aus der Hand gaben. "Ich war ein bisschen böse auf meine Spieler", gestand van Gaal nach seinem Wutausbruch. Auch für Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge fühlte sich das Remis wie eine Niederlage an. Trotz des 12-Punkte-Rückstands auf die Spitze sieht er aber noch nichts verloren. "Es sollte sich da oben keiner zu sicher fühlen."

Nach dem furiosen Saisonstart sind die Überflieger von Mainz 05 endgültig auf dem Boden gelandet. Von der Leichtigkeit ist nichts mehr zu sehen. "Wir haben eine schlechte Phase. Der Mannschaft muss wieder bewusst werden, dass der Weg zum Erfolg nur unbändigen Einsatz und Spielfreude führt", kritisierte 05-Präsident Harald Strutz nach dem 0:1 beim SC Freiburg.

Bei den Traditionsclubs aus Frankfurt und Nürnberg träumen die Anhänger schon wieder von den früheren Glanzzeiten. Der Aufschwung der Eintracht hängt maßgeblich mit der Treffsicherheit von Theofanis Gekas. Der Liga-Torschützenkönig von 2007 war mit seinen Treffern zehn und elf auch der Garant für den 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg, mit dem sich die Eintracht in der Spitze festsetzte.

Auch in Franken herrscht Aufbruchstimmung nach dem 3:1 gegen den 1. FC Köln, der mit dem neuen Trainer Frank Schaefer die erste Niederlage einstecken musste. Während die Kölner im Tabellenkeller feststecken, schnuppert Nürnberg sogar an den Europacup-Rängen.