Leipzig (dpa). Die Handball-Bundesliga hat vom Weltverband IHF höhere Abstellgebühren für Nationalspieler gefordert. IHF-Präsident Hassan Moustafa hatte zuvor bekanntgegeben, dass der Weltverband mit der WM im Januar in Schweden zwischen 75 und 80 Millionen Schweizer Franken einnehmen werde. "Die Zahlen haben wir so vorher nicht gekannt", sagte Frank Bohmann, der Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, und bestätigte damit einen Bericht der "Sport Bild" (Mittwoch). Daher solle der Weltverband die nationalen Verbände und Clubs besser entschädigen. Dies betrifft auch die ausländischen Nationalspieler in der HBL.

Die von Moustafa veröffent-lichten Einnahmen würden "die Million, die als Geste gemeint ist, in einem anderen Licht erscheinen" lassen, sagte Bohmann. "Das gibt bei weitem nicht die Kosten wieder, die die Abstellung kostet."

Der Handball-Weltverband IHF sieht für die Weltmeisterschaft der Männer in Schweden ein gestaffeltes System für Abstellgebühren vor. Es richtet sich nach dem Abschneiden der Nationen und beträgt insgesamt eine Million Schweizer Franken (umgerechnet rund 790 000 Euro).

Die IHF zahlt pro WM-Tag folgende Summen an die abstellenden Vereine aus: 300 Franken erhalten Spieler der vier Halbfinalisten (insgesamt 72 000 Franken pro Nation), 200 Franken (insgesamt 44 800) bekommen die Nationen auf den Plätzen fünf bis acht, 150 Franken (insgesamt 21 600) gehen an die Länder auf Rang neun bis 16. Für die Plätze 17 bis 24 werden 75 Franken (12 000 insgesamt) ausgeschüttet. Zudem zahlt der Weltverband auch pauschale Abstellgebühren für Training und Vorbereitung an die Vereine (insgesamt 288 000 Franken). Diese werden wieder gestaffelt nach der Platzierung – zwischen 24 000 Franken (Halbfinalisten) und 4000 Franken (Plätze 17 bis 24).

Vorreiter in Sachen Abstellgebühren für Spieler war die Europäische Handball-Föderation (EHF). Bei der Männer-EM 2010 in Österreich zahlte der Verband pro Partie und Spieler 266 Euro an den abstellenden Club.