Aue/Berlin (dpa). Als Aufsteiger Tabellenführer in der 2. Bundesliga, seit dem 29. August 2009 daheim ungeschlagen und dem eigenen Ziel Klassenerhalt so nah wie nie: Dennoch gibt es im Umfeld des Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue heftige Turbulenzen. So erklärten die Vorstandsmitglieder Günther Großmann, der zugleich das Amt des Geschäftsführers ausübte, und Wolfgang Leonhardt überraschend ihren Rückzug. Zu den Gründen und Inhalten der Amtsniederlegung wurde Stillschweigen vereinbart.

Unterdessen wird bereits nach einer Neubesetzung der beiden Ämter sowie nach einem Geschäftsführer gesucht. "Bis dahin wird der Verein kommissarisch vom Vorstand und den Mitarbeitern der Geschäftsstelle geführt", heißt es weiter. Die "Bild" (Montag-Ausgabe) berichtete von heftigen Grabenkämpfen im Hintergrund: "Die Führungskräfte zerfleischen sich gegenseitig." Zudem erlitt Präsident Bernd Keller am Sonn-abend einen Kreislaufkollaps und musste ins Auer Klinikum gebracht werden. Mittlerweile kann er sich wieder der Arbeit widmen, teilte der Club mit.

Sieben Monate nach dem Absturz in die Zweitklassigkeit geht bei Hertha BSC, am Sonntag Gastgeber für Aue, die Angst um. Nach vier Pleiten in fünf Partien gerät das Unternehmen sofortige Bundesliga-Rückkehr in Gefahr. Die Berliner Chefs aber stellen sich jedem Anflug von Panik entgegen. Nachdem die sportliche Leitung nach der 0:2-Heimblamage gegen Duisburg die Profis noch kräftig gescholten hatte ("zu faul"), wählte sie dieses Mal die weiche Welle. "Es gibt Phasen in der Saison, in denen es knüppeldick kommt. Aber wir werden eine Antwort finden", erklärte Chefcoach Markus Babbel.