Britta Steffen feierte ihre Wiederauferstehung, ihr Freund Paul Biedermann ging derweil zweimal baden. Und Silke Lippok steht als neuer Star des Deutschen Schwimm-Verbandes im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Startblock. Für den SCM gab es indes drei Medaillen. Christian Kubusch gewann Gold über 800 m Freisteil und Silber über 1500 m Freistil. Paula Beyer wurde sensationell Zweite über 200 m Rücken.

Wuppertal (SID/kr). Deutschlands Traumpaar erlebte bei den nationalen Kurzbahn-Meisterschaften in der Wuppertaler Schwimm-Oper Höhen und Tiefen. Zwar unterstrich Teenie Silke Lippok mit ihrem Rekord, dass sie für die Rolle des neuen DSV-Stars bereit ist. Doch als schillernde Protagonistin stand Steffen noch – oder wieder – im Rampenlicht. "Ich bin zurück", sagte die Doppel-Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin nach ihren Siegen über 50 und 100 m Freistil.

Außerhalb des Beckens trumpfte Steffen, die morgen ihren 27. Geburtstag feiert, zudem mit neuer Lockerheit auf. Sie gab Autogramme und genoss eine Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn. Zwei Wochen zuvor hatte die Berlinerin beim Weltcup in ihrer Heimatstadt nach 15 Monaten Wettkampfpause ein ernüchterndes Comeback gegeben, doch in Wuppertal strafte sie ihre Skeptiker Lügen und sicherte sich das Ticket für die EM vom 25. bis 28. November in Eindhoven. Dort will Steffen auch international wieder für Furore sorgen: "Es wird von Tag zu Tag besser. Ich denke, dass ich in Eindhoven noch schneller sein werde."

Biedermann wurde von den Deibler-Brüdern dagegen in die Rolle des Statisten gedrängt. Über seine Weltrekordstrecke 200 m Freistil wurde der Doppel-Weltmeister aus Halle/Saale vom 20-Jährigen Markus Deibler düpiert, über die halbe Distanz war er gegen dessen drei Jahre älteren Bruder Steffen chancenlos. Zum Abschluss holte sich Biedermann zumindest noch den Titel über 400 m Freistil – die Zeit von 3:42,91 Minuten gab aber keinen Anlass zu großem Jubel.

"Mit dem Abschneiden unserer Athletinnen und Athleten bin ich zufrieden", sagte gestern Abend SCM-Trainer Bernd Henneberg. "Christian Kubusch hat Gold und Silber aus dem vollen Training heraus gewonnen." Hennebergs Kollege Thomas Ackenhausen ergänzte: "Auch unsere jungen Leute haben überzeugt. Ich denke da vor allem an Paula Beyers zweiten Platz über 200 m Rücken. Vier unserer Nachwuchs-Schwimmer wurden für den Länderkampf gegen Griechenland nominiert."