Magdeburg. Mit elf Siegen und nur drei Niederlagen war die Wasserball Union Magdeburg (WUM) durch die vergangene Saison in der Bundesliga, Gruppe B, geschwommen. Sie stand an der Spitze, sie spielte um den Einzug in die Gruppe A. Und dann kam Würzburg und lehrte die Magdeburger wieder das Verlieren.

Das war bitter, erinnert sich Ilia Butikaschwili an jene Niederlage. "Vielleicht konnten wir uns damals nicht richtig motivieren", schweifen seinen Gedanken an die damalige erfolgsverwöhnte Zeit zurück.

Die 7:10-Niederlage am Sonnabend beim Duisburger SV 98 kam nun "zum richtigen Zeitpunkt. Jetzt wissen wir, dass wir noch etwas tun müssen", um das erklärte Aufstiegsziel zu erreichen.

Die Duisburg-Partie hat eine Richtung vorgegeben. Der SV 98 ist das einzige Team mit weißer Weste in der Gruppe B (8:0 Punkte). Mit WUM und dem SV Cannstadt (jeweils 4:2) haben sich zwei Verfolger dahinter eingereiht. Und weil der OSC Potsdam, unbeeindruckt von der Schlappe in der Vorwoche gegen die Magdeburger, ins Erfolgswasser zurückgefunden hat (13:8-Sieg in Krefeld) scheint derzeit alles auf diesen Vierkampf um die Spitze hinauszulaufen.

Butikaschwili, seit seinem 15. Lebensjahr Mitglied der georgischen Nationalmannschaft, weiß, dass "nicht Duisburg das Spiel gewonnen, sondern allein wir das Spiel verloren haben". Selbstkritisch analysiert er dies an seiner eigenen Person. "Ich hatte auch drei, vier Chancen, habe den Pfosten getroffen, hatte einfach Pech." Zwischenzeitlich hatte WUM den "Spieler des Tages", SV 98-Keeper Paul Constantin, zudem stark geworfen. Butikaschwili: "Zu Anfang hat er nämlich auch nichts gehalten."

Am Anfang führten die Gäste bereits mit 4:1 (10.), sie führten auch mit 5:3 (13.). Und sie hatten beim 6:5 (22.) auch noch die Chance, die Führung erneut auf zwei Tore auszubauen. Dann vergab allerdings Matja Loncaric einen Strafwurf, und kurz vor dem Ende des dritten Viertels glich Duisburg zum 6:6 aus – die Wende.

Butikaschwili fand lobende Worte für den Gegner. "Duisburg war taktisch sehr gut auf uns eingestellt", berichtet der 25-jährige Student der Kulturwissenschaft, sie zelebrierten eine Zonenverteidigung, weshalb weder der Center noch Lazar Kilibarda zum Zuge kamen, geschweige denn das Tor trafen. Das hatte es bei WUM zuvor nie gegeben. Nicht zuletzt mussten nach der Herausstellung von Holger Dammbrück im zweiten Viertel wegen "unverhältnismäßiger Härte" und aufgrund der Tatsache, dass Michael Knobloch wegen seiner Rückenblockade kaum ins Geschehen eingreifen konnte, alle anderen fast durchspielen. Das zehrt an den Kräften.

Butikaschwili sieht dennoch das Positive. Der Georgier, der seit sechs Jahren in Deutschland spielt (zunächst Waspo Hannover) und bereits seine fünfte Saison in Magdeburg absolviert, gehört zu den Routiniers, die die Lehren aus dieser Niederlage zu ziehen wissen. Die erste Lehre heißt: Man darf sich auch bei einer 4:1-Führung nicht zu sicher fühlen, denn danach war "unser Spiel ein bisschen eingeschlafen". Und deshalb heißt die zweite Lehre: Disziplin geht über alles.