Dubai (dpa). Die deutschen Schwimmer sehen gegen die Weltspitze weiter kein Land. Auch die 4x200 Meter-Freistil-Staffel der Männer verpasste gestern bei der Kurzbahn-WM in Dubai auf Platz vier die erste deutsche Medaille. Einzel-Weltrekordler Paul Biedermann, Markus Deibler, Stefan Herbst und Benjamin Starke verbesserten zwar erneut ihren im Vorlauf aufgestellten deutschen Rekord auf 6:54,12 Minuten – aber das reichte nicht zum erhofften Edelmetall. Den Titel sicherte sich Russland, das in 6:49,04 Minuten den Weltrekord von Kanada (6:51,05) deutlich unterbot. Silber ging an die US-Staffel, in der Ryan Lochte sein drittes WM-Gold am Golf verpasste. Dritter wurde Frankreich.

"Das ist der Ist-Zustand. Ein vierter Platz in der Welt ist auch nicht so schlecht", sagte Biedermann, der als Startschwimmer in 1:42,33 Minuten statt wie erhofft als Führender seine Teamkollegen "nur" als Dritter auf die Reise schickte. Frankreichs Langbahn-Europameister Yannick Agnel war knapp vier Hundertstelsekunden schneller. "Ich denke, dass wir hier viel zu spät angereist sind. Das war ein Fehler", kritisierte Biedermann. Das Team sei am Dienstag erst um halb drei im Bett gewesen, um tags darauf die ersten Rennen zu schwimmen.

Bundestrainer Dirk Lange hob eine Steigerung der Mannschaft im Vergleich zum ersten Tag hervor. "Alle haben eine gute Leistung gebracht, aber keine überragende. Paul hat das gebracht, was er bringen kann." Nach den 22 EM-Medaillen Ende November bläst den deutschen Schwimmern der von Lange vorausgesagte "raue Wind" voll ins Gesicht.

Biedermann ging also auch in der Staffel leer aus – schon nach dessen Einzel-Niederlage hatte sein Heimtrainer Frank Embacher zu einer neuen Rennstrategie über die 200 Meter Freistil geraten. "Er muss taktisch variabler werden. Alle Welt hat Paul Biedermann studiert und zieht auf den dritten 50 Metern an. Das ist das Hauptproblem. Da muss er mitgehen und darf sich nicht nur auf den Schlussspurt verlassen", sagte Embacher.

Einen achtbaren fünften Platz belegte Dorothea Brandt über 50 Meter Brust. Die Berlinerin schwamm 30,19 Sekunden. Brandt hatte bei der EM Ende November Gold geholt und war nun hinter der in Eindhoven fehlenden Russin Julia Efimowa zweitbeste Europäerin. Der WM-Titel ging an Rebecca Soni (USA).

Seinen zweiten Einzel-Titel nach den 200 Metern Freistil gewann über 400 Meter Lagen Ryan Lochte. Der Amerikaner sorgte in 3:55,50 Minuten über 400 Meter Lagen für den ersten Einzel-Weltrekord des Jahres.

Steffen Deibler zeigte sich nach seinem indiskutablen 22. Platz über 100 Meter Schmetterling verbessert und erreichte als Halbfinal-Vierter in 21,25 Sekunden den Endlauf über 50 Meter Freistil. Theresa Michallak kam über 100 Meter Lagen als Achte ins Finale. Das verpassten über 100 Meter Freistil dagegen Silke Lippok und Daniela Schreiber.