Magdeburg. Da kann die Schulter schmerzen, sich der Rücken böse melden: Wenn ein Spieler wie Michael Knobloch seit zehn Jahren leidenschaftlich Wasserball spielt, verhindern körperliche Einschränkungen nicht seinen Ehrgeiz. "Ich war ein bisschen sauer", sagte der 24 Jährige in Anbetracht seiner wenigen Einsatzminuten am Sonnabend. Mit WU Magdeburg gewann er die Bundesliga-Partie gegen den SV Krefeld 72 mit 11:7. Es war eine schwere Geburt – und dafür gibt es Gründe.

Gegen Krefeld zu spielen, heißt, den Kampf anzunehmen, und "wir haben mit Kampf gewonnen", befand Knobloch. Spielerisch lief es im ersten Viertel noch akzeptabel, nur die Chancenverwertung entpuppte sich wie bei der bislang einzigen Saisonniederlage beim SV Duisburg 98 als großes Übel. In all der entstehenden Unruhe "ist es dann gut, wenn Lazar Kilibarda und Mateja Loncaric das Spiel in die Hand nehmen". Kilibarda wurde vor der Partie als bester Schütze der vergangenen Saison geehrt, 69 mal hatte er getroffen.

Duisburg, meint Knobloch, der zum Großhandelskaufmann ausgebildet wird, das war ein bisschen der Knackpunkt der vergangenen Wochen, seither setzt WUM die Taktik des Trainers Vlad Hagiu nicht immer konsequent um, seither agiert das Team nicht konzentriert genug, um ein Spiel wie gegen Krefeld frühzeitig zu ziehen. Das muss sich ändern, wenn am Sonnabend in Cannstadt ein Sieg erzielt werden soll. Cannstatt, ein Aufstiegsfavorit, hatte zu Saisonbeginn "etwas Wurfpech, ich hoffe nicht, dass sie es gegen uns wiederfinden werden", erklärt Knobloch, der wasserball-typisch seine Karriere begann – als Schwimmer beim SCM.

Schwimmen ist etwas für Einzelkämpfer, Knobloch ist ein Mannschaftssportler. In der siebten Klasse ist er von der Bahn ins Feld gewechselt. Patrick Stelzner und er sind nicht nur im Wasser, sondern auch in der Wohngemeinschaft ein Team. Irgendwann muss sich Knobloch an der Schulter, ein Sehnenabriss mit Knochenabsplitterung, operieren lassen. Eine OP würde einen Ausfall von sechs Monaten bedeuten, hat ihm der Arzt gesagt – und hat Trainer Hagiu schockiert. Das ist eine lange Zeit für so viel Leidenschaft. Er will zunächst warten, bis Stelzner (Wurfhand verletzt) wieder fit ist.