Rostock l FCM-Trainer Jens Härtel hatte für das erste Ostderby in der Fremde am Mittwochabend vor 16.300 Zuschauern wieder einmal rotiert. Tarek Chahed, Niklas Brandt und Wazeem Razeek (grippegeschwächt) mussten Nils Butzen, Jan Löhmannsröben und Manuel Farrona-Pulido weichen. Gar nicht im Aufgebot stand Ideengeber und Routinier Lars Fuchs, nachdem es nach der Geburt von Sohn Lio bei dessen Lebensgefährtin gesundheitliche Probleme gegeben hatte.

Die Partie war gerade wenige Minuten alt, als sie das erste Mal unterbrochen werden musste. Grund: Hansa-Anhänger hatten mit Rauchbomben das Spielfeld vernebelt, FCM-Fans Feuerwerkskörper geworfen. Der Stadionsprecher forderte beide Seiten zur Vernunft auf, sprach schon frühzeitig von einem drohenden Spielabbruch. Nach elf Minuten reichte es auch dem Unparteiischen Sven Jablonski aus Bremen. Er schickte die Teams in die Kabine. Erst nach einer gut zehnminütigen Unterbrechung ging es weiter. An vernünftigen Fußball war so – wen wundert’s? – in der Anfangsphase nicht zu denken.

Die erste halbwegs nennenswerte Chance besaß Christian Beck, der nach Flanke von Nils Butzen aber weit übers Rostocker Tor schoss. Auch im weiteren Verlauf blieb die Begegnung zerfahren, wobei die Gäste die bessere Spielanlage zeigten und auch in der Defensive recht sicher standen, kaum etwas zuließen. Nach vorn passierte aber zu wenig. Immerhin hatte sich das Geschehen auf den Rängen mittlerweile dahingehend beruhigt, dass keine Knallkörper mehr flogen, sondern beide Teams lautstark unterstützt wurden.

In der Endphase der ersten Halbzeit war der Spielfluss durch zahlreiche Fouls vollends dahin. Hansa konnte sich zwar ein wenig befreien, ohne jedoch den Aufsteiger auch nur ein einziges Mal ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Die Rostocker erwischten nach dem Wechsel einen Blitzstart. Julius Perstaller lief allein auf Glinker zu, dieser wehrte ab, doch den Abpraller lenkte Butzen unglücklich ins eigene Tor (48.). Im weiteren Verlauf agierte der FCM zu ideenlos, um sich nennenswerte Möglichkeiten zu erarbeiten. So musste ein Standard für den verdienten Ausgleich herhalten. Burak Altiparmak hämmerte nach Foul an Beck einen 25-Meter-Freistoß in den rechten Winkel (68.).

Nun wogte das Geschehen hin und her, beide Teams suchten die Entscheidung, wobei der FCM mitunter gehörig unter Druck geriet, das 1:1 aber über die Runden brachte.

Hansa Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Henn, Erdmann, Dorda, Mem-Ikeng, Andrist (83. Stevanovic), Gardawski, Jänicke, Perstaller (70. Gottschling), Benyamina

FCM: Glinker – Butzen, Bankert, Hainault, Puttkammer, Altiparmak (70. Chahed), Löhmannsröben (90. Reimann), Sowislo, Farrona-Pulido (78. Brandt), Hebisch, Beck

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen). Zuschauer: 16300. Gelb: Ikeng, Erdmann, Jänicke / Hebisch, Altiparmak