Magdeburg l Philipp Syring ist zumindest die Odyssee erspart geblieben, die Marcel Hacker am Mittwoch erlebte. Die Reise ins 17-tägige Trainingslager des Deutschen Ruderverbandes (DRV) begann nämlich in Berlin-Tegel mit einem defekten Flugzeug. Sie führte ihn verspätet weiter nach Frankfurt am Main und von dort aus nach Zürich. Und irgendwann am frühen Abend hatten der 38-Jährige vom SC Magdeburg und die DRV-Crew das Ziel Porto in Portugal erreicht.

Dort wäre also auch Syring gelandet, wenn er sich zuletzt bei der Langstrecken-Regatta in Dortmund entsprechend qualifiziert hätte. Das hat er aber nicht, weil dem 19-Jährigen sein linkes Bein derzeit einen Streich spielt.

Der Streich ist aber nicht witzig. Er hat auch keinen witzigen Namen, er nennt sich Faszienverengung. Bei Syring tritt das muskuläre Problem im Gesäß auf. „Ich habe damit seit zwei Jahren Probleme“, sagt er. „Über die 2000 Meter geht es, aber bei der Langstrecke über 6000 Meter geht nichts mehr.“ Zumindest „konnte bereits ein Bandscheibenvorfall zu 100 Prozent ausgeschlossen werden“, sagte Syring. Wie indes das Problem nun bekämpft werden soll, „darüber befinden wir uns derzeit in Gesprächen“.

"Irgendwann gibt der Körper auf"

Die Verengung des Bindegewebes hat zur Folge, dass sein linkes Bein bei der Fahrt einschläft. „Es macht keinen Spaß, wenn der Körper irgendwann aufgibt und du nur eine Seite bewegen kannst.“ Das schränkt ihn auch im Training ein.

Und so ist es eben in Dortmund geschehen. Der DRV hatte vor dem Start am vergangenen Sonntag vier Athleten ausgerufen, die um die drei freien Plätze für Porto kämpfen sollten. Die sicherten sich Patrick Leineweber (Celle), Tim Ole Naske (Hamburg) und Tim Grohmann (Dresden). Mit Rang 24 und eingeschlafenem Bein hatte Syring keine Chance.

Dass er trotzdem nicht chancenlos in die neue Saison geht, zeigte er am Vortag auf dem Ergometer. In 5:48 Minuten über 2000 Meter erzielte er die beste Zeit aller DRV-Athleten. Und Syring sieht auch einen Vorteil in der verpassten Porto-Chance: „Es ist zwar schön, mit der Nationalmannschaft zu trainieren, aber zu Hause habe ich meinen Trainer Roland Oesemann, und er kennt mich am besten.“