Netanya/Magdeburg l Den linken Fuß auf den Startblock gelegt, die Arme kurz durchgeschüttelt und noch einmal durchgepustet: Auf ging es zum ersten Finale für Franziska Hentke vom SC Magdeburg bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Netanya (Israel). Es endete am Mittwoch mit Platz sieben über ihre Nebenstrecke 400 Meter Lagen. 4:34,50 Minuten hatte sie dafür beötigt, es war die drittschnellste Zeit, die sie über jene Distanz jemals erzielt hat. „Die drittschnellste Zeit ist aber nicht das, was man sich bei einer EM vorstellt“, so Hentke. Es gewann Katinka Hosszu (Ungarn), die bereits im Vorlauf mit Weltrekord (4:19,46) für den ersten EM-Kracher gesorgt hatte.

Zuversicht für 200 Meter Schmetterling

Zumindest „lief Schmetterling gut, die Leistung stimmt mich zuversichtlich für die 200 Meter“, blickte die 26-jährige Hentke auf Vorlauf und Finale am Freitag voraus. So hatte es auch Henning Lambertz gesehen: „Die Lagen-Distanz nutzt ,Franzi‘ immer, um in den Wettbewerb reinzukommen. Die 100 Meter Schmetterling sind gut gerutscht und machen Hoffnung“, so der Bundestrainer. Die anderen Lagen-Disziplinen waren letztlich nicht wichtig, meinte zudem Hentkes Trainer Bernd Berkhahn. Wichtig war, dass sie „Schmetterling laufen“ ließ. „Auch danach ist sie gut geschwommen, nur die Wenden haben nicht so gepasst“, analysierte der Coach.

Erste Medaille durch Biedermann

Die erste Medaille für den Deutschen-Schwimmverband sicherte indes Paul Biedermann. Der Hallenser holte Silber über die 400 Meter Freistil, eine halbe Sekunde fehlte Biedermann zu Gold, das der Ungar Peter Bernek gewann. „Das war ein gutes Rennen. Ich konnte hinten raus meine Stärken gut ausspielen, aber da war Bernek zu weit weg“, sagte Biedermann, der mit 3:35,96 Minuten seine schnellste Zeit seit Ära-Ende der Ganzkörper-Anzüge schwamm. „Mit 29 Jahren kann ich damit sehr zufrieden sein.“ Das war auch Lambertz: „Das war fantastisch, vor allem die 1:47 Minuten auf den zweiten 200 Metern waren à la bonne heure.“