Hochfilzen l Franziska Hildebrand war es egal, auf welcher Strecke sie ihren ersten Weltcupsieg feiern wird. Nur dass dieser fällig sein würde in dieser Saison, das hatte sie im Gefühl. Am gestrigen Freitag war es soweit: Der 28-Jährigen aus Köthen gelang ihr bislang größter Karriereerfolg in Hochfilzen (Österreich) – und dies im Sprint. Damit hat sie ihr erstes Ziel des Winters erreicht. „Ich bin immer noch total sprachlos“, teilte Hildebrand drei Stunden nach ihrem Sieg der Volksstimme mit: „ein Traum“. Ihr zweites Ziel ist eine Einzelmedaille bei der Weltmeisterschaft im März in Oslo (Norwegen).

Zur Feier ein "Schlückchen"

Zum deutschen Dreifacherfolg wurde Hildbrand (0 Fehler) von Maren Hammerschmidt (0) mit 15,1 Sekunden und ihrem ersten Weltcup-Podest sowie Miriam Gössner (1) mit 21,0 Sekunden Rückstand gefolgt. Der Abend wird dennoch nicht mit einem lustigen Umtrunk der beiden Zimmerkolleginnen Hildebrand und Gössner ausgeklungen sein, höchstens mit einem „Schlückchen“, sagte Hildebrand. Schon heute ist sie in der Verfolgung die Gejagte. „Es wird vielleicht die Wertschätzung ihrer Leistungen noch einmal positiv beeinflussen, auch für die Öffentlichkeit, weil sie doch öfters im Schatten von Stars stand“, stellte Bundestrainer Gerald Hönig fest.

Diese Wertschätzung hatte Hildebrands Vater und erster Trainer Wolfgang nie verloren. Entsprechend fielen die Glückwünsche aus Köthen aus: „Du hast es dir verdient“, teilte er seiner Tochter stolz mit.

Alles hat gepasst

Der 7,5-Kilometer-Sprint war früher nie die Lieblingsstrecke von Hildebrand, weil sie bei nur zweimal Schießen ihre eigentliche Stärke am Gewehr nicht ausspielen konnte. Aber Hochfilzen hat auch gezeigt, wie sehr sie sich läuferisch entwickelt hat. „Es passte alles super zusammen“, sagte sie in der ARD. „Dabei habe ich mich gar nicht spritzig gefühlt. Aber nach dem letzten Schießen wusste ich, dass es ein tolles Rennen ist.“

Auch Simon Schempp ist bei den Männern einen tollen 10-Kilometer-Sprint gefahren – und zum sechsten Weltcupsieg in seiner Karriere außerdem. Der 27-Jährige setzte sich gegen den Franzosen Martin Fourcade (1 Fehler/9,9 Sekunden Rückstand) und Tarjei Bö (Norwegen/0/18,9) durch. „Ich bin sehr, sehr glücklich mit meinem Rennen“, sagte Schempp. Damit war er an diesem Tag wirklich nicht allein. (mit dpa)