Berlin/Magdeburg. Jubel, stehende Ovationen und bisweilen Traumhandball. So ordnen Fans wahrscheinlich die Heimspiele von Meister THW Kiel ein. Die Norddeutschen haben – nicht nur stimmungsmäßig – Konkurrenz durch die Berliner Füchse bekommen. Der SC Magdeburg wird sich morgen im "Fuchsbau" davon überzeugen können. "Es ist unwahrscheinlich, was bei unseren Spielen in der Schmeling-Halle abgeht. In den letzten fünf Minuten stehen die Zuschauer und treiben uns vorwärts", schwärmt Markus Richwien vom heimischen "Hexenkessel".

Der gebürtige Magdeburger stieg zu einem der Publikums-lieblinge auf. Wenn er als Rechtsaußen bei den Sprungwürfen seine "Flugschau" abzieht, stehen die Fans Kopf. "Ich staune selbst, wie unser Spiel klappt. Ich konnte mich in diesem Jahr weiter verbessern. Sprungwürfe sind inzwischen eine meiner Spezialitäten", freut sich der 25-jährige Wurfkreis-Zauberer. "Wir sind inzwischen soweit, dass wir in der Schmeling-Halle jeden schlagen können", tönte Füchse-Manager Bob Hanning nach dem sensationellen 31:27- Pokalsieg über den HSV.

Das Spiel gegen Magdeburg hängt Hanning aber ebenso hoch: "Wir müssen den SCM schlagen, um weiter in der Bundesliga-Spitze mitzumischen."

"Aber gegen meinen alten Verein ist Vorsicht geboten", warnt Richwien und erklärt warum: "Zu meiner Freude hat sich die Mannschaft richtig gut stabilisiert. In der Abwehr war der SCM schon immer stark. Durch Jure Natek wurde auch der Angriff stabiler. Die Magdeburger spielen ohne Hektik ihre Angriffe herunter und schließen sie meist mit einem Torerfolg ab."

Und wer gewinnt morgen? Markus Richwien: "Wir. Zu Hause haben wir einen wunderbaren Lauf, den wollen wir auch durch die Magdeburger nicht unterbrechen lassen."

Richwiens Wurfkünste sind bereits dem internationalen Verband aufgefallen. Der Ex-Magdeburger wurde für ein Showspiel in eine Weltauswahl berufen. "Das macht mich schon stolz. Wir treten am 2. Januar zu einem Demonstrations-Match in New York an. Ich war noch nie in den USA und dann gleich Silvester mit meiner Freundin in New York. Mehr geht nicht", glaubt der Börde-Fuchs. "Doch vor dem Abflug nach New York müssen noch Siege gegen Wetzlar, Magdeburg, Hannover und Nettelstedt-Lübbecke her." Da fletscht ein Fuchs ganz schön die Zähne. Trotzdem kann es passieren, dass die Weihnachts-Gänse den schlauen Füchsen im Hals stecken bleiben. Der SCM könnte schon ein solcher Knochen sein. Die Berliner Fans freuen sich besonders auf das Börde-Team, warum sonst sollten schon 9000 Tickets unter den Leuten sein.

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