Von Daniel Hübner

Magdeburg. Dafür sagt er höflich Danke, aber wichtig ist Lazar Kilibarda diese Auszeichnung nicht: Nach dem vierten Spiel in der Wasserball-Bundesliga (Gruppe B) ist der Serbe bereits zum zweiten Mal zum "Spieler des Tages" ernannt worden. Bei Poseidon Hamburg gewann er am Sonnabend mit WU Magdeburg mit 17:8. "Ich gebe immer das Maximum", sagt Kilibarda, "wichtig ist aber nur der Erfolg der Mannschaft."

Wichtig war auch die Reaktion seines Teams auf die Niederlage zuvor beim Duisburger SV 98, als neben Ilia Butikaschwili auch Kilibarda ohne Tor geblieben war. "Das war etwas Neues für mich", sagt der 24-Jährige. Trainer Vlad Hagiu hatte danach mehr Disziplin verlangt. Dabei waren die Vorzeichen alles andere als positiv: Nicht nur, dass Holger Dammbrück (gesperrt) und Michael Knobloch (Rücken) sowieso fehlten, auf der Fahrt nach Hamburg klagte "Tom Hagendorf über Fieber", erinnert sich Kilibarda. Die Magen-Darm-Grippe hatte den 18-Jährigen erwischt. So standen nur "acht Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung". Hagiu reagierte: Keeper Roland Kiffer nahm auf der Ersatzbank Platz und kam im Feld zu einem vierminütigen Einsatz. Das war für den Routinier ebenso eine Premiere wie für Tim Richter in der Startformation der Magdeburger.

Entsprechend ruhiger und kräftesparender ließen es die Gäste in Hamburg angehen. Dennoch geriet der Sieg nie in Gefahr. Alle Viertel entschieden sie mehr oder weniger klar für sich und bleiben auf Aufstiegskurs.

Für Lazar Kilibarda gibt es heute Abend ein Wiedersehen. In der Elbeschwimmhalle tritt die Nationalmannschaft seiner Heimat gegen Deutschland im Spiel der Weltliga an (Anwurf: 20 Uhr). Vor zehn Monaten ist der WUM-Halblinke direkt aus Belgrad in Magdeburg eingeflogen. Und Hagiu hat ihn nicht umsonst als einen seiner wichtigsten Spieler ausgemacht. Aus dem Nationalteam kennt Kilibarda, der mit sieben Jahren zum Wasserball kam, "eigentlich alle", berichtet er. Immerhin feierte er zu Jugendzeiten große Erfolge im serbischen Trikot, vor sieben Jahren gewann er die Europameisterschaft in Istanbul (Türkei). Kein Wunder, dass sein Herz heute für ein Team schlägt: "Alles Gute der serbischen Nationalmannschaft."