Magdeburg l Öffnet sich über dem leidgeplagten 1. FC Magdeburg demnächst auf wundersame Weise ein Füllhorn, aus dem die Millionen nur so purzeln? Zumindest dann, wenn man den Plänen der spanischen Asap Group glaubt, die beim Viertligisten aus Sachsen-Anhalt groß einsteigen will.

FCM-Präsident Peter Fechner bestätigte gestern gegenüber der Volksstimme entsprechende Gespräche mit der Investorengruppe. Die jüngsten wurden in dieser Woche geführt. "Wir werden in den nächsten Tagen noch entsprechende Unterlagen austauschen, sie bewerten und dann sehen, ob wir zusammenkommen können", so Fechner, der sich insgesamt doch sehr bedeckt hielt. So sei die Seriosität des Angebots zu prüfen; ebenso, ob die Vorstellungen von Asap mit dem deutschen Recht und dem Vereinsrecht hierzulande im Einklang stehen. Bis Ende Januar wolle man zu einem Ergebnis gelangen.

Zustande gekommen sind die Kontakte durch die Vermittlung von Ex-FCM-Präsident Eckhard Meyer ("Nach Jahren sportlichen Niedergangs wollen wir endlich Erfolge sehen. Und das geht nicht ohne Geld" ) und des früheren FCM-Trainers Hans-Dieter Schmidt. "Die Spanier sind im Oktober vergangenen Jahres auf uns zugekommen. Wir haben dann den Kontakt zum FCM hergestellt", sagte Meyer gestern auf Anfrage.

Nach seinen Worten wollen die Spanier in den nächsten vier bis fünf Jahren sage und schreibe bis zu 30 Millionen Euro in den FCM investieren. "Minimalziel" nach Ablauf dieser Zeit sei es, in der 2. Bundesliga zu spielen. Meyer: "Asap hat erklärt, künftig den kompletten Etat zu übernehmen. Zudem will man einen Brustsponsor besorgen, der bereits für die jetzige zweite Halbserie 200 000 Euro zahlt."

Es sei unter anderem die Absicht der Geschäftsgruppe, die im Fußball bisher in Deutschland noch nicht aktiv geworden ist, junge spanische Spieler auf den hiesigen Markt zu bringen, ihnen Spielmöglichkeiten zu geben. Laut Meyer habe Asap derzeit bis zu 300 Jung-Profis an sich gebunden.

Auf die Frage, warum sich die Finanzgruppe entschieden habe, Geld ausgerechnet in Magdeburg anzulegen, meinte Meyer: "Weil der FCM trotz vierter Liga noch immer ein attraktiver Verein ist."

Volksstimme-Informationen, wonach die Spanier eine Art Generalvollmacht für den FCM anstreben und somit im Klub künftig das Sagen hätten, wollte Meyer nicht bestätigen. Er räumte aber ein: "Natürlich will Asap bei der Summe, die sie zu investieren beabsichtigen, sportlich mitbestimmen."

Auch an eine Ausgliederung der 1. Mannschaft aus dem Gesamtverein ist gedacht. Meyer: "So wie das bei den SCM-Handballern der Fall ist." Generell habe der potenzielle Investor aber nicht die Absicht, "an den Grundstrukturen des FCM etwas zu ändern".

Nach Angaben des Vermittlers ist das Angebot der Spanier jedoch zeitlich limitiert: "Bis zum 29. Januar muss etwas passieren ..."