Magdeburg. In der Landeshauptstadt gibt es Überlegungen, wonach die MDCC-Arena möglicherweise an den 1. FC Magdeburg übergeht. Das würde dem Beispiel in Cottbus ähneln, wo der Verkauf des Stadions der Freundschaft an den Zweitligisten FC Energie noch in diesem Jahr vollzogen werden soll (der Kaufpreis beträgt rund zwei Millionen Euro).

"Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn der Club das Stadion pachten und alleine betreiben würde", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper am Rande des letzten Heimspiels gegen Türkiyemspor (1:1). Auch der Sport-Beigeordnete und FCM-Aufsichtsratsvorsitzende Rüdiger Koch zog jüngst eine solche Möglichkeit in Betracht.

Trümper bekräftigte noch einmal, dass Einnahmen fürs Stadion nicht über Konzerte zu erzielen sind, weil eben kein großer Veranstalter nach Magdeburg kommt. Und Vermarktung im kleineren Rahmen machten nur 50 000 bis 100 000 Euro pro Jahr aus. Trümper: "Nein, Geld mit dem Stadion ist nur über den Fußball zu verdienen."

Und da sieht es momentan ziemlich trostlos aus. Der FCM – heute (13.30 Uhr) beim Vorletzten Eintracht Braunschweig II zum Sieg verdammt – kämpft mittlerweile nicht nur gegen den Abstieg, sondern auch gegen einen bedrohlichen Zuschauerschwund. Die 2900 gegen Türkiyemspor bedeuteten einen neuen traurigen Saison-Negativrekord.

Und Besserung scheint nicht in Sicht. Der letzte größere Zahltag dürfte der 31. Oktober gewesen sein, als knapp 7000 zur Partie gegen Spitzenreiter Chemnitzer FC kamen und beim 1:6 die höchste Heimniederlage der Club-Geschichte miterleben mussten.

Trümper, der einen Schnitt von 6000 für notwendig hält (der FCM kalkuliert mit 5500), rechnet vor: "1000 Zuschauer pro Spiel weniger machen 150 000 Euro pro Jahr aus. Wenn also wie gegen Türki-yemspor nur noch 3000 kommen, entsteht unterm Strich ein Minus von 450 000 Euro."

Trümper weiter: "Ich kann zwar die Leute verstehen, wenn sie sich solche Leistungen wie am Sonnabend nicht mehr anschauen wollen. Andererseits führen sie mit ihrem Wegbleiben den Club direkt in die Pleite." Allerdings konstatierte auch der Oberbürgermeister, der erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verfolgte: "Die sportliche Krise ist unübersehbar. Ein Spielaufbau war nicht zu erkennen. Ich bin selber frustriert."

Somit wächst die Bereitschaft, das Stadion loszuwerden, wenngleich Trümper den Bau an sich nach wie vor für richtig hält, "weil es sich um eine langfristige Investition handelt, die auf die nächsten 20, 30 Jahre ausgerichtet ist".