Der spanische Sportvermarkter Asap wollte zu Jahresbeginn mit 30 Millionen Euro über fünf Jahre hinweg den FCM in den bezahlten Fußball hieven. Im April platzte der Deal. Nun wurde bekannt, dass die spanische Polizei gegen die hinter Asap stehende TMS Group ermittelt.

Magdeburg l Es hörte sich an wie ein unglaublich schönes Märchen: Als Anfang 2012 ruchbar wurde, dass der in Spanien beheimatete Sportvermarkter Asap beim Europapokalsieger von 1974, dem aktuell in der vierten Liga herumdümpelnden FCM, einsteigen wollte, schwelgten Optimisten bereits in Zweitliga-Träumen.

Das Ergebnis ist bekannt. Die Verhandlungen der FCM-Führung mit Asap zogen sich über Wochen hin. Zahlreiche Missverständnisse und Differenzen, nie angekommene E-Mails und Faxe, angeblich geplatzte Gesprächstermine führten schließlich dazu, dass der FCM im April 2012 die Verhandlungen für beendet erklärte. Aufsichtsrats-Chef Lutz Petermann damals: "Solange ich Aufsichtsratsvorsitzender bin und in diesem Verein etwas zu sagen habe, wird der FCM mit Asap keine Gespräche mehr führen." Präsident Peter Fechner hatte noch eins draufgelegt: "Es handelte sich um ein ausgesprochen unseriöses Angebot."

Nach einem Beitrag der Schweizer "Handelszeitung" vom 1. November stand die hinter Asap agierende TMS Group AG schon lange im Visier der spanischen Polizeibehörde Guardia Civil, die "seit Anfang 2011 in einem groß angelegten Geldwäsche- und Treibstoffskandal ermittelte". Die TMS Group soll laut "Handelszeitung" als Parallel-Kasse der im schweizerischen Zug ansässigen Rothinvest Asset Management fungiert haben. Diese Firma habe in Italien mit hohen Renditeversprechen und dem Argument der Schweizer Verschwiegenheit bis zu ihrer Pleite rund 250 Millionen Euro gesammelt. Die Zeitung vermutet, die TMS Group habe "ganz andere Gründe gehabt, als bloße Differenzen mit der Führung des 1. FCM", denn fast zeitgleich sei bei der Schweizerischen Oberzollbehörde ein Rechtshilfegesuch aus Spanien eingetroffen, um Konten in Genf zu blockieren.

Petermann sagte gestern auf Volksstimme-Nachfrage: "Seit einem halben Jahr habe ich keine Gedanken mehr an Asap verschwendet. Mir war schon damals klar, mit was für einen Gegenüber wir es zu tun hatten. Ich fühle mich im Nachhinein bestätigt." Auch Fechner ist sich sicher: "Clubpräsidium und Aufsichtsrat haben richtig gehandelt, indem wir eine vereinsgefährdende Übernahme verhindert haben."

Die FCM-Mitglieder Eckhard Meyer (ehemaliger Präsident) und Hans-Dieter Schmidt (ehemaliger Trainer), die vor einem Dreivierteljahr den geplanten Deal eingefädelt hatten, stehen noch heute "mehrmals wöchentlich im Kontakt" (Schmidt). Meyer glaubt zu wissen, Asap habe "zwei Vereine, einen davon in Paraguay gekauft", will sich aber darüber hinaus "nicht weiter äußern".

Mario Reigg Leffler verfolgt nach eigenem Bekunden die Entwicklung des FCM weiter. Der Deutschland-Repräsentant von Asap verwies jedoch darauf, die Spanier seien "verstärkt in Südamerika aktiv" und versicherte gestern gegenüber der Volksstimme: "Es wird meines Wissens keinen neuen Vorstoß von Asap beim 1. FC Magdeburg geben."

 

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