Halle/Magdeburg l Es soll ein historischer Kampf werden am 16. November. Da bot es sich für den Magdeburger SES-Boxstall an, die Pressekonferenz auch vor historischer Kulisse stattfinden zu lassen. Im Festsaal des Stadthauses Halle (Saale) saßen die Halbschwergewichtler Dominic Bösel und Sven Fornling vor den versammelten Medienvertretern. Beide schnieke im Jackett. Beide noch zurückhaltend. Beide mit der Chance, in den Box-Olymp aufzusteigen.

„Sie gehören zu den Top-Fünf der Welt. Dieser Kampf musste für die Box-Welt kommen und ist für beide wegweisend. Der Gewinner wird im Box-Olymp sein, der Verlierer fällt zwar nicht ins Unendliche, hat es aber schwerer“, sagt SES-Promoter Ulf Steinforth. Sein Schützling Bösel kämpft also um den WM-Titel des Verbands IBO – und legt dafür sogar seinen EM-Gürtel nieder.

25 Jahre Boxen

„Ich boxe seit 25 Jahren. Das ist das große Finale, jetzt geht es um die Wurst. Und ich bin in der besten Verfassung dafür“, lässt Bösel wissen. Seit April hat er auf den Kampf gewartet und die Zeit genutzt, um an seinen Baustellen zu arbeiten. Genau heißt das: im athletischen Bereich, bei der Dehnung, Technik und Taktik. „Das läuft“, ist sich Bösel sicher und Trainer Dirk Dzemski nickt. „Jetzt darf er sich nur nicht zu doll freuen, sondern muss den Fokus auf den Kampf richten“, wirft Dzemski ein.

Einer, der zumindest schon einmal voll fokussiert wirkt, ist Fornling. „Ich reise mit diesem Gürtel nach Halle und werde die Stadt auch wieder mit ihm verlassen“, stellt der Schwede gleich klar, der übrigens frischgebackener Papa ist. „Mein Sohn Franz ist zwar ein Kilo leichter, als ich es bei der Geburt war, aber er ist ein Schwergewicht, ein echter Wikinger“, erzählt der 30-Jährige.

In Bösels Heimat – „es ist mir egal, ob die Menge mich mag oder hasst, Hauptsache, sie ist laut“ – will Fornling sein Gegenüber aus dessen Komfortzone locken. „Er boxt routiniert. Ich werde ihn da rausholen und so in Schwierigkeiten bringen“, erklärt er seine Strategie. Von 16 Profi-Kämpfen hat er bislang einen verloren.

Eines ist jedenfalls schon jetzt klar: (Baby-)Geschenke, die es gestern noch gab, werden im November nicht mehr verteilt.