Magdeburg l Boxen unterm Weihnachtsbaum – das ist bei den Profis vom Magdeburger Boxstall SES und ihrem Trainer Dirk Dzemski nicht nur ein gängiger Slogan sondern gelebter Alltag. Denn angesichts der beiden Kampfabende im Januar (9. in Berlin/23. in Halle) ist zwischen den Festtagen Training und Darben angesagt.

Letzteres ist vor allem für Robin Krasniqi, der in zwölf Tagen im Rahmen des EM-Kampfes von Stallkollege Michael Wallisch im Berliner Maritim-Hotel in den Ring steigen wird, die reinste Qual. Das obligatorische Gewichtmachen, früher eine seiner leichtesten Übungen, wird Krasniqi durch den Wechsel vom Halbschwergewicht (bis 79,378) ins tiefere Supermittelgewicht (76,203) erschwert. Mit krassen Folgen: Der in München beheimatete Profi, ohnehin ein „Strich“ in der Landschaft, hat nach Volksstimme-Informationen bei der letzten Körperfettmessung einen so verschwindend geringen Wert gehabt, dass er nur noch Haut und Knochen ist.

„Der Rest ist aktive Muskelmasse“, gibt Krasniqi jedoch Entwarnung. „Ich fühle mich nicht krank oder schwach dabei. Sondern eher physisch so fit wie noch nie“, so der Ex-Europameister, der als Nummer 12 der WBO-Weltrangliste im Supermittelgewicht geführt wird. Bei seinem Einstieg bekommt der 28-Jährige eine „harte Nuss“ zu knacken: Cagri Ermis. Der Wuppertaler hat in seinem letzten Kampf dem aufstrebenden Deutschen Jürgen Doberstein in einem 12-Runden-Gefecht die zweite Niederlage beschert. Doch für Krasniqi, der sich mit seinem Athletik-Coach Sepp Maurer zum großen Teil in den USA auf die neue Herausforderung vorbereitet hat, ist Ermis nur die Auftakthürde: „Wenn ich die genommen habe, möchte ich so schnell wie möglich ein solches Kaliber wie Vincent Feigenbutz vor die Fäuste bekommen.“