Magdeburg l Los ging‘s 1994. Matthias, damals gerade einmal acht Jahre alt, spielte in der E-Jugend des MSV 90 und damit erstmals in einem Verein. Aber nicht etwa als Torwart. „Ich war offensiver Mittelfeldspieler und habe in der darauffolgenden Saison mehr als 60 Tore geschossen“, blickt Tischer zurück, der es von der Schule zum Fußball nicht weit hatte. Der Platz an der Bodestraße lag direkt daneben. Dennoch hielt sich der Erfolg in Grenzen: „Meister sind wir jedenfalls nicht geworden“, so der heutige Drittliga-Profi, der seit 2012 auch bei einer Immobilien-Firma arbeitet, ein Fernstudium gemacht hat und kurz vorm Abschluss als Immobilien-Kaufmann steht.

Sein Cheftrainer war seinerzeit der inzwischen verstorbene Heinz Brauer, der so manchen Magdeburger Kicker unter seinen Fittichen hatte.

„Sein Markenzeichen war der Stoffbeutel, den er stets bei sich trug und wo seine Aufzeichnungen drin waren“, erzählt Tischer und schiebt dann lachend hinterher: „Zu der Sorte Laptop-Trainer gehörte er also nicht.“

Auf alle Fälle aber machte Matthias Tischer mit seinen 60 MSV-90-Toren den „großen Nachbarn“ 1. FC Magdeburg aufmerksam. Und so ging es dann nach nur zwei Spielzeiten 1996 zum Club. Allerdings immer noch nicht als Keeper. Das passierte eher aus der Not heraus.

„Bei einem Testspiel beim MSV Börde, bei dem es um die Aufnahmeprüfung fürs Sportgymnasium ging, fehlte ein Torwart. Mir wurde gesagt, dass ich das in der ersten Halbzeit machen soll und in der zweiten dann draußen spielen kann“, blickt „Tischi“ zurück und weiß eines noch ganz genau: „An das Ergebnis kann ich nicht mehr erinnern, wohl aber daran, dass ich meine Sache ganz gut gemacht und kein Gegentor kassiert habe.“

Dieses Spiel war sozusagen der Durchbruch. Ihm kam dabei zugute, dass er vorher schon in seiner Freizeit mit Cousin Christian und Bruder Florian gekickt hatte und da meistens in den Kasten geschickt wurde: „Sie waren beide älter. Ich als Jüngster hatte da kein Anrecht.“

Bis heute ist er dem FCM treu geblieben, hat in all der Zeit viele Höhen und Tiefen miterlebt.

Enger Kontakt zu ehemaligen Jugendspielern vom MSV 90 besteht indes nicht mehr: „Wenn man sich irgendwo sieht, sagt man ,hallo‘, das war‘s aber auch. Spontan fällt mir Sascha Günther ein, der im Management von Lok Leipzig gearbeitet hat (Geschäftsführer der Spielbetriebs mbH/d. Red.)“, so Tischer, der sich aber nach wie vor für die Ergebnisse seines ersten Clubs am Wochenende interessiert.