Magdeburg l Jan Laudam hat sich das Rennen von Rob Muffels über zehn Kilometer bei der Freiwasser-Weltmeisterschaft am Balaton (Ungarn) natürlich angeguckt. „Er ist mein Vorbild, von ihm kann ich mir einiges anschauen“, erklärte der 16-Jährige vom SC Magdeburg nämlich. Und er hat dann „auch ein bisschen mitgelitten“, als der Clubgefährte auf der Schlussrunde Kraft verlor und 25. wurde. Muffels hatte indiviuelle Fehler gemacht. Daraus konnten nun beide Athleten lernen. „Trotzdem gehört Rob zur Weltspitze, auch mit Blick auf die Sommerspiele in Tokio 2020“, ist sich Laudam sicher.

Olympische Spiele sind dort, wo auch Laudam eines Tages hinmöchte, aber zunächst versucht er, Kontinuität in seine Leistungen auf internationalem Junioren-Parkett zu bringen. So auch am kommenden Freitag in Marseilles (Frankreich), wenn Laudam bei den Europameisterschaften über 7,5 Kilometer startet. Zudem absolviert an diesem Tag Louisa-Marie Obermark ihre fünf, am Sonnabend folgt Paul Nitschke über die zehn Kilometer.

Internationale Erfahrung bringt Laudam bereits mit. 2016 in Hoorn (Niederlande) wurde er bei der JWM Siebter über fünf Kilometer und Fünfter im Team. „Ich möchte mich am Freitag gut verkaufen und für die Staffel am Sonntag anbieten“, erklärte Laudam, der im Wettbewerb der Jahrgänge 2000/2001 zu den Jüngeren zählt. „Ich versuche, unter die Top 15 zu schwimmen und Erfahrungen für das nächste Jahr zu sammeln“, ergänzte der dreifache deutsche Freiwasser-Meister, der im Sommer 2016 aus Würzburg an die Elbe wechselte. „Ich fühle mich in Magdeburg wohl und bei den Trainern gut aufgehoben, außerdem gibt es hier viele und bessere Trainingsmöglichkeiten“, begründete Laudam seinen Schritt. „Die Qualifikation für die JEM hat mir auch Recht gegeben.“

Für diese haben sich die Magdeburger zuletzt im Neustädter See vorbereitet. Trainer Stefan Döbler, der seine drei Schützlinge nach Marseille begleitet, lässt sich von deren Abschneiden überraschen, ist aber auch zuversichtlich: „Allein, dass er wochenlag nach seinem Fahrradunfall im Winter pausieren musste und sich trotzdem mit einer super Saison für die JEM qualifiziert hat, ist aller Ehren wert“, erklärte der Coach zu Laudam. Paul Nitsche (19) bestreitet überhaupt erst sein zweites Zehn-Kilometer-Rennen: „Aber er geht im Freiwasser auf, das merkt man ihm an.“

Ebenso interessant wird es für Louisa-Marie Obermark (15) bei ihrer JEM-Premiere. „Einen Wettkampf im Jahrgang 2002 hat es auf internationaler Ebene noch nicht gegeben“, sagte Döbler. „Je windiger und welliger, umso besser für sie: Denn das ist das, was Louisa liebt.“