Boxen

Fress will Baby-Glück mit WBO-Gürtel krönen

Am Sonnabend steigt auf der Magdeburger Seebühne der 150. Kampfabend des SES-Boxstalls. Im Hauptkampf (ab 22.35 Uhr im MDR) stehen sich die Schwergewichtler Agit Kabayel und Kevin Johnson gegenüber. Davor will sich SES-Cruisergewichtler Roman Fress seinen ersten internationalen Gürtel holen.

Von René Miller
Roman Fress zeigte sich gestern zusammen mit  seinem Trainer Robert Stieglitz  beim öffentlichen Training im City-Carré.
Roman Fress zeigte sich gestern zusammen mit seinem Trainer Robert Stieglitz beim öffentlichen Training im City-Carré. Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Mit einem krachenden rechten Aufwärtshaken hatte Roman Fress im vergangenen Dezember den Kampf gegen Erdogan Kadrija schon in der vierten Runde beendet und den Deutschen Meistertitel im Cruisergewicht verteidigt. So eindrucksvoll zu siegen, hatte sich der 27-Jährige fest vorgenommen. Mehr überrascht hatte Fress aber das ganze Drumherum.

Fress immer mehr im Rampenlicht

„Ich war ja zum ersten Mal Hauptkämpfer und bin vor dem Kampfabend an diesem Sonnabend auch auf dem Plakat. Man steht dadurch im Rampenlicht, ist auch medial gefordert. Das war ja alles total neu für mich, weil ich eigentlich nicht gerne viel rede. Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Das gehört beim Boxen zum Business und macht mir inzwischen auch viel Spaß“, erklärt Fress vor seinem nächsten Duell.

Bevor Agit Kabayel und Kevin Johnson am Sonnabend auf der Magdeburger Seebühne den Hauptkampf (22.35 Uhr, MDR) bestreiten, klettert Fress in den Ring. Im Duell um die Interconti-Krone der WBO steht ihm der Belgier Kamel Kouaouch gegenüber.

Kouaouch ein starker Gegner

Für den SES-Kämpfer Fress wäre es bei einem Sieg der erste internationale Titel überhaupt. Nachdem er im Januar zum zweiten Mal Papa geworden ist, wäre das Glück perfekt. Fress: „Ich freue mich riesig auf den Kampf, weiß aber auch, dass Kouaouch mein bisher stärkster Gegner sein wird. Und in unserer Gewichtsklasse kann ein Schlag alles entscheiden. Da muss ich hoch konzentriert sein.“

Der Belgier ist genau wie Fress bisher ungeschlagen, hat aber noch keinen seiner elf Profikämpfe vorzeitig gewonnen. Fress konnte dagegen bei sieben seiner bisherigen zwölf Kämpfe vorzeitig als Sieger aus dem Ring klettern. Letztmals kurz vor dem Weihnachtsfest im Hotel Maritim. Fress: „Leider durften damals keine Zuschauer dabei sein. Das war natürlich total schade, so schön mein Sieg auch war.“

Hartes Training statt Familie

Seine Ehefrau Lena brachte einen Monat später Söhnchen Ivar zur Welt. Töchterchen Viviane ist inzwischen vier Jahre alt. Fress: „Der Kleine ist schon mächtig gewachsen. Ich bin auch ein totaler Familienmensch. Sie bedeutet mir alles.“ Auf den Trainingsfleiß hat das aber keinen Einfluss. Familie Fress lebt in Cloppenburg. Und wenn der Papa sich auf einen Kampf vorbereitet, dann ist der oft auch allein in Magdeburg.

Stieglitz ist zufrieden mit Fress

„Den Mai über war ich ganz selten zu Hause, weil wir sehr viel trainiert haben“, erklärt Fress. Zusammen mit Trainer und Ex-Weltmeister Robert Stieglitz hatte er einige Dinge verbessert und neue Sachen einstudiert. Stieglitz: „Roman hat auf allen Ebenen einen großen Schritt nach vorne gemacht – nicht nur boxerisch. Auch körperlich und mental hat er zugelegt. Ich bin sehr optimistisch, dass er noch viel erreichen kann.“

Dieses Lob will sein Schützling bei seinem Debüt auf der Seebühne bestätigen. Fress: „Da habe ich noch nie geboxt. Es ist für mich auch das erste Mal überhaupt, dass ich unter freiem Himmel in den Ring steige. Und das endlich wieder vor Zuschauern.“