Leipzig/Magdeburg l Jubel gestern Abend auch in Magdeburg, nachdem das DHB-Team das Frühbucher-Ticket für das Achtelfinale in der Getec-Arena am Sonntag gelöst hatte. „Wir hoffen, dass das vorzeitige Erreichen der K.o.-Runde den Ticketverkauf jetzt noch einmal kräftig ankurbelt“, freute sich nicht nur Kerstin Richter, Chefin des lokalen Organisations-Komitees, dass sie sich heute Abend ein wenig entspannter zurücklehnen kann, wenn das DHB-Team auf China trifft (18 Uhr/live Sport1) .

Zunächst sah es in Leipzig nach einem leichten Durchmarsch aus. Das deutsche Team erwischte einen Traum-Start: Konzentriert im Abschluss, konsequent in der Abwehr und eine gut aufgelegte Clara Woltering im Tor sorgten für eine 5:1-Führung nach neun Minuten.

Um so unerklärlicher war es, dass die Ladies plötzlich ihre Linie verloren und sich vorne das alte Manko, eine mangelnde Chancenverwertung, einschlich. Die sehr weit vorgerückte und früh auf die ballführende Spielerin raustretende Abwehr der Serbinnen bereitete den deutschen Handballerinnen offensichtlich Probleme.

Auch in der Abwehr taten sich Lücken auf, die vor allem die treffsichere Katarina Krpez Slezak (5 Tore bei 5 Versuchen in der ersten Halbzeit) zu nutzen wusste. Nach zwölf Minuten war der Vier-Tore-Vorsprung geschmolzen, Serbien hatte das Spiel zum 9:8 gedreht (23.). Deutschland tat sich schwer, den Spielfaden wieder aufzunehmen.

Das gelang dann aber zu Beginn der zweiten Hälfte: Jenny Karolius glich zum 11:11 aus (36.). Doch die Serbinnen hatten sofort eine Antwort parat, nutzten die unnötigen Ballverluste des Gegners, um wieder auf drei Tore wegzuziehen (16:13/40.)

Mit Kampf zum Ausgleich

Doch die deutsche Mannschaft warf ihr Kämpferherz aufs Feld und erzwang so den Ausgleich (18:18/40.). In dem Kopf-an-Kopf-Rennen schien die Mannschaft von Michael Biegler das bessere Ende für sich zu haben. Doch die Freude über den 22:21-Führungstreffer durch Karolius kurz vor ultimo währte nur kurz, denn Serbien gelang mit der Schlusssirene der goldene „Schuss“ zum Remis.

Svenja Huber, mit sechs Toren beste Werferin der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), sprach nach dem Abpfiff von einem „verlorenen Punkt“. Nachdem man sich „super zurückgekämpft“ habe, wurde der letzte Angriff „leichtfertig aus der Hand gegeben. Wir müssen einfach noch konstanter werden. Aber wir wissen auch, dass wir uns in ein Spiel zurückkämpfen können.“

Indes kommt Mitfavorit Niederlande, am Freitag letzter Vorrundengegner der deutschen Mannschaft allmählich in Schwung. Der Vize-Weltmeister besiegte Kamerun nach einer durchschnittlichen Leistung mit 29:22 (14:8) und hat nach dem zweiten Sieg im dritten Spiel beste Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde. Ebenso wie Südkorea. Der Asienmeister hatte gestern China mit 31:19 (18:10) bezwungen.

Deutschland: Kramarczyk, Woltering - Gubernatis 2, Bölk, Klein, Karolius 3, Loerper 1, Smits 2, Behnke, Stolle, Mannson 1, Huber 6/3, Fischer 2, Geschke 3, Lauenroth, Wohlbold 2

Schiedsrichter: Arntsen/Roen (Norwegen). Zuschauer: 3871. Siebenmeter: Deutschland 3/3; Serbien 4/5. Zeitstrafen: 6 - 4