Leichtathletik

Jasinski katapultiert sich in Schönebeck an die deutsche Spitze

Daniel Jasinski aus Wattenscheid hat beim 15. Sole-Cup in Schönebeck das Diskuswerfen gewonnen. Mit persönlicher Bestleistung.

Von Daniel Hübner
Martin Wierig (hinten l.) beglückwünscht Daniel Jasinski zu seiner Siegerweite. Drei Deutsche haben nun die 67 Meter übertroffen.
Martin Wierig (hinten l.) beglückwünscht Daniel Jasinski zu seiner Siegerweite. Drei Deutsche haben nun die 67 Meter übertroffen. Foto: Eroll Popova

Schönebeck - Unter den lauten Diskuswerfern dieser Welt ist Daniel Jasinski ein besonders leiser. Er atmet allenfalls beim Abwurf der Scheibe etwas hörbarer aus. Ansonsten wirkt er in der Vorbereitung, im Ring und nach absolviertem Versuche in sich völlig ausgeglichen. Aber der 31-Jährige vom TV Wattenscheid kann auch anders. Ganz anders. Wie gestern beim 15. Sole-Cup in Schönebeck, wo er deutlich gewann.

Jasinski führte bereits die Konkurrenz mit 65,00 Metern an, als er zum sechsten und letzten Mal antrat. Ein Wurf, ein Schrei, ein lautes „Yes“ später war es endgültig gewiss, dass er der kompletten Diskuselite ein Resultat vorgesetzt hatte, das an diesem Tag keiner mehr kontern konnte. „Ich bin froh, dass es im letzten Versuch so gut geklappt hat“, sagte Jasinski zu seiner Siegerweite – zugleich Bestweite – von 67,47 Metern, mit der er zum zweiten Mal die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) geknackt und sich zehn Tage vor den deutschen Meisterschaften in Braunschweig an die Spitze der nationalen Jahres-Rangliste katapultiert hat. Ihm folgen Clemens Prüfer (Potsdam/67,41) und David Wrobel vom SC Magdeburg (67,30). In Schönebeck folgten ihm indes Henning Prüfer (65,26) und dessen Bruder Clemens (64,58).

Wierigs Brustmuskel hält

Wrobel (4.) stellte indes nach Jasinskis weitem Wurf fest: „Das macht den Kampf um die drei Tokio-Tickets noch interessanter.“ Während Schönebeck für seine Konkurrenten bereits die Generalprobe für die nationalen Titelkämpfe bedeutete, macht sich der 30-Jährige heute mit dem Auto auf dem Weg nach Chorzow (Polen), um bei den Team-Europameisterschaften Punkte für eine deutsche Mannschaftsmedaille zu sammeln. Dass er sich gestern nach seinem zweiten Wurf an den lange Zeit lädierten rechten Ellenbogen fasste, sollte keinen Grund zur Sorge geben, betonte Wrobel. „Das kommt mal mit der Dauerbelastung, aber es ist nichts Tragisches.“ Zumal er im vierten Durchgang seine beste Weite mit 63,74 Metern vorlegte.

Schmerzfrei ging derweil Teamgefährte Martin Wierig aus dem Sole-Cup. Und war darüber entsprechend erleichtert. „Darauf kam es mir heute am meisten an“, sagte der 33-Jährige, der sich im Trainingslager in Warendorf einen Muskelfaserriss im Brustmuskel zugezogen hatte. „Es ging für mich darum, dass ich das Vertrauen dafür bekomme, dass der Brustmuskel auch unter Höchstbelastung hält.“ In dieser brachte er die Zwei-Kilo-Scheibe mit dem weitesten Wurf auf 62,90 Meter und wurde Fünfter. Henrik Janssen vom SCM belegte mit 62,85 Metern Rang sechs.

Wierigs Verletzung hatte seit April in Neubrandenburg einen Wettkampfstart des 2,03-Meter-Hünen verhindert. Wierig: „Einen schlechteren Zeitpunkt kann es dafür nicht geben, aber ich muss die Situation nun annehmen und weiterkämpfen.“ Und sich in den nächsten Tagen die nötige Kraft für Braunschweig holen.